Aufstand der Standlfrauen

Viktualienmarkt: „Wir akzeptieren nur eine sanfte Renovierung“

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Bereit zu kämpfen: Elke Fett, Chefin der Marktkaufleute (2.v.li.), mit Kollegen am Viktualienmarkt.

München - Nach dem Pasinger Viktualienmarkt, dem Wiener Platz und dem Elisabethmarkt soll jetzt auch der Viktualienmarkt saniert werden. Eines ist schon klar: Der Widerstand wird hier noch massiver ausfallen!

Geht’s jetzt Münchens bekanntesten Standln an den Kragen? Nach dem Pasinger Viktualienmarkt, dem Wiener Platz und dem Elisabethmarkt wird es auch am Viktualienmarkt ernst: Das Architektenbüro, das schon bei den anderen Märkten sanieren soll, hat nun auch den Zuschlag für Münchens Bauch bekommen (in Form einer Machbarkeitsstudie). Eines ist schon klar: Der Widerstand wird hier noch massiver ausfallen! „Wir gehen auf die Barrikaden“, drohen die Marktfrauen.

Das Ziel beim Zukunftskonzept für die drei kleinen Märkte ist ein radikaler Umbau wegen Hygiene- und Brandschutzmängeln, mit Standl-Abriss! Im Fall des Wiener Platzes hat OB Dieter Reiter (58, SPD) gerade noch die Hütten gerettet.

Droht dem Viktualienmarkt auch ein völlig neues Gesicht? Schon ein TÜV-Gutachten 2011 empfahl, die Standl abzureißen. Die Marktkaufleute zeigen sich kampfbereit. „Wir haben keine Angst, wir haben die Bevölkerung hinter uns“, sagt Elke Fett, Sprecherin der Kaufleute. „Wir akzeptieren nur eine sanfte Renovierung von Stand zu Stand.“ Bei allen anderen möglichen Maßnahmen – einer Großbaustelle, einer Reduzierung der Händler oder gar einem Abriss von Standln – werde man sich massiv wehren. „Wir nehmen uns einen Anwalt, sammeln Unterschriften und starten einen Bürgerentscheid!“

Die zuständigen Architekten von Bogevischs Büro begehen in diesen Tagen den Markt, um die Defizite der Standl zu erfassen, sagt Bernd Plank vom Kommunalreferat. Aber er warnt vor Panikmache: Es werde mehrere Jahre dauern, bis es konkret um die Gestaltung ginge. „Da werden Dinge zum Thema gemacht, die noch gar kein Thema sind oder nie sein werden.“ Auch der Stadt sei nicht daran gelegen, den Markt zu einem „futuristischen Stahl-Beton-Glas-Kasten umzubauen“, versichert Plank. „Wir werden uns an der Optik und der Individualität orientieren, die den Charme ausmachen.“

Also viel Lärm um nichts? „Nein“, sagt der CSU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Stefinger (31), dessen Wahlkreis auch die Altstadt umfasst. „Wir haben gesehen, wie unsensibel die Stadt mit unseren gewachsenen Märkten umgeht. Es heißt, der Wiener Platz sei nur ein Testlauf für den Viktualienmarkt. Wir müssen uns diesmal frühzeitig einschalten.“

Nina Bautz

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