Vorfall aus dem Jahr 2013

Übergriff in der U-Bahn: Polizei fahndet nach diesem Mann

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Mit diesen Fotos fahndet die Polizei nach dem Mann, der im Mai 2013 in der U4 gewalttätig wurde.

München - Die Polizei fahndet nach einem jungen Mann, der im Jahr 2013 in der U4 einen U-Bahnfahrer angegriffen und Fahrgäste beleidigt hat. Warum sich jetzt die Soko Cornelius für ihn interessiert und die Öffentlichkeit eingeschaltet wird.

Es ist unter anderem die Umhängetasche, die das Interesse der Soko Cornelius geweckt hat. Solch eine lang herunterhängende Tasche soll auch Domenicos Mörder getragen haben. Auch Alter und Statur des Mannes könnten passen. Und vor allem aber die hinterhältige Art und Weise dieses hochaggressiven Angriffs, der am Abend des 9. Mai 2013 den heute 27-jährigen Münchner U-Bahn-Fahrer Nedim A. völlig überraschend traf. Darum veröffentlichte die Polizei gestern die Bilder eines mutmaßlichen U-Bahn-Schlägers. Die Tat liegt fast drei Jahre zurückliegt, die Staatsanwaltschaft hatte den Fall längst schon als ungeklärt ad acta gelegt.

Laut Informationen der tz, wird dieser Fall auch im Zuge der Ermittlungen zum immer noch ungeklärten Mordfall Domenico L. aus dem Jahr 2013 überprüft und deshalb an die Öffentlichkeit gegeben. Dies ist ein routinemäßiges Vorgehen.

Rückblende: An jenem 9. Mai war U-Bahn-Fahrer Nedim A. nach einem langen Tag auf dem Heimweg gewesen. In der U4 zwischen Hauptbahnhof und Odeonsplatz wurde er Zeuge eines Streites zwischen einem Fahrgast und einem frechen Flegel, der unflätige Beleidigungen herumschrie und die Füße auf die Polster legte. Nedim A.: „Er wollte sich nicht beruhigen. Da habe ich den Notruf gedrückt und den Kollegen vorne gebeten, die U-Bahnwache zu rufen.“ Der Unbekannte stieg am Odeonsplatz aus. Damit war für Nedim A. der Fall erledigt. Am Max-Weber-Platz stieg er in die U5 Richtung Neuperlach-Süd um. Urplötzlich stand der Täter wieder hinter ihm! „Ich habe nicht gemerkt, dass er mir gefolgt war.“ Drei mächtige Faustschläge trafen den völlig überraschten Nedim A. ins Gesicht. Noch bevor sich die Türen schlossen, sprang der Täter aus dem Zug und verschwand. „Ich stand total benommen da. Meine Oberlippe war geplatzt, ich habe stark geblutet.“

Zwei Frauen kümmerten sich um ihn und warteten mit ihm am Bahnsteig auf die Polizei und den Rettungsdienst. In der Klinik wurde die Lippe genäht. Nedim A. wurde eine Woche lang krankgeschrieben. Ein paar Wochen später teilte ihm die Staatsanwaltschaft mit, dass das Verfahren bis auf weiteres eingestellt sei – falls es keine neuen Erkenntnisse geben sollte. Genau das ist jetzt der Fall: „Ein komisches Gefühl“, sagt Nedim A. „Ich habe den Mann auf dem Foto sofort wiedererkannt. Irgendwie kommt gerade alles wieder hoch.“ Er liebt die U-Bahn und könnte sich keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen: „Ich bin schließlich ein Münchner Kindl und mit der U-Bahn aufgewachsen.“

Nun hofft die Polizei (Kommissariat 26; Telefon 089/2910-0) den Täter identifizieren zu können. Er war damals 20 bis 30 Jahre alt, wirkte ungepflegt und könnte ein Osteuropäer sein. Wer kennt ihn?

Der Isarmord:

Domenico L. (†31).

Es ist ein Fall, der nie in Vergessenheit geraten wird: Am Abend des 28. Mai 2013 wurde der Ingenieur Domenico Lorusso († 31) auf der Erhardtstraße an der Isar mit einem einzigen Stich ins Herz erstochen. Der Täter hatte Domenicos Verlobte bespuckt, als sie auf dem Fahrrad an ihm vorbeifuhr. Domenico kehrte um, stellte den Fremden zur Rede und wurde völlig überraschend angegriffen. Der Täter entkam. Aber er hinterließ seine DNA. Seitdem wird in München jeder Täter zum Speicheltest gebeten, der andere grundlos bespuckt oder angreift

Dorita Plange

mm/tz

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