Erinnerung an Amoklauf

OEZ-Opfer: Eine Gedenktafel zum Jahrestag

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Ein Meer aus Blumen und Kerzen erinnerte Ende Juli am OEZ-Eingang an die Opfer des Amoklaufs. 

München - Zum Jahrestag des Amoklaufs am Olympia-Einkaufszentrum sollen in Erinnerung an die Opfer ein Baum gepflanzt und eine Gedenktafel enthüllt werden.

Darauf verständigte sich der Ältestenrat des Stadtrats. Langfristig ist ein großes Denkmal geplant. David S. hatte am 22. Juli neun Menschen erschossen.

Das Thema ist sensibel und die Trauer der Angehörigen immens. Viele Verwandte der meist jungen Opfer des Amoklaufs vom 22. Juli 2016 sind immer noch schwer traumatisiert, genauso wie Zeugen der Gräueltat. Die Stadt möchte die Erinnerung an die Opfer wachhalten. Nur eine Woche nach dem Amoklauf hatten sich alle im Stadtrat vertretenen Parteien in einem gemeinsamen Antrag dafür ausgesprochen, ein Denkmal zu errichten.

In dem Papier hieß es, auf dem Denkmal am OEZ solle neben den Worten des Gedenkens an die Opfer auch den eingesetzten Polizei- und Hilfskräften gedankt werden. Bei der Gestaltung des Denkmals sollen – sofern gewünscht – die Angehörigen der Opfer eingebunden werden. Auch OB Dieter Reiter (SPD) begrüßte die Initiative. Die Tat habe unvorstellbares Leid über die Familien der Opfer gebracht, so der OB.

Doch ganz so schnell wird es nicht gehen. Ein größeres und würdiges Denkmal brauche seine Zeit, heißt es.

Ungewöhnlich ist das nicht. Auch in Winnenden wurde eine Gedenkstätte erst zum fünften Jahrestag des Amoklaufs eröffnet. In der baden-württembergischen Kleinstadt hatte der 17-jährige Tim K. am 11. März 2009 15 Menschen ermordet. Seit 2014 erinnert ein acht Tonnen schwerer Ring des Künstlers Martin Schöneich an die Opfer. Der gebrochene Ring symbolisiert, dass die grausame Tat Menschen gewaltsam aus dem Leben gerissen hat. Der Ring steht in Sichtweite der Albertville-Realschule, wo der Täter neun Jugendliche und drei Lehrerinnen erschoss. Auf seiner Flucht tötete er drei weitere Menschen, ehe er sich selbst umbrachte.

Auch der 18-jährige David S. erschoss sich selbst, nachdem er zwei weibliche und sechs männliche Personen im Alter von 14 bis 20 Jahren sowie eine 45-jährige Frau getötet hatte. Der Amokschütze befand sich 2015 in psychiatrischer Behandlung. Er soll den norwegischen Rechtsextremisten Anders Breivik verehrt haben. Die Ermittler stellten überdies fest, dass die Opfer des Amoklaufs Ähnlichkeit mit Personen hatten, von denen sich S. gemobbt fühlte.

Auch wenn es mit dem Denkmal in München noch einige Zeit dauern wird, so ist am 22. Juli 2017 zumindest geplant, einen Baum zu pflanzen und eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer anzubringen. Die Zeremonie soll mit Angehörigen und Jugendlichen abgehalten werden. Für die Gedenktafel, die von Künstlern entworfen werden soll, ist eine Ausschreibung vorgesehen.

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