Nach Bluttat in München

So will München den Betroffenen des Amoklaufs helfen

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Der Amoklauf sorgt bei vielen Münchnern für Bestürzung.

München - Der Amoklauf von Ali David S. hinterlässt auch bei Augenzeugen und Hinterbliebenen Wunden. Nun will die Stadt diesen Menschen Hilfe anbieten.

Die Trauer sitzt tief bei den Angehörigen der Opfer des Amoklaufs. Vor knapp drei Wochen hatte ein 18-jähriger neun Menschen getötet und vier weitere verletzt - vor hunderten Augenzeugen. Menschen, die den Massenmord miterleben, die schrecklichen Szenen mitansehen mussten. Auch sie trugen Wunden davon - seelische Wunden, die noch lange nicht verheilt sind.

Die Stadt München hat jetzt für alle Opfer des Amoklaufs ein Service-Telefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 23386900 bekommen die Betroffenen Hilfe. Montag bis Mittwoch von 9 bis 16 Uhr, am Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und am Freitag von 9 bis 13 Uhr warten kompetente Ansprechpartner auf die Anrufe. Außerdem ist das Büro über die Emailadresse hilfe-oez@muenchen.de zu erreichen.

Trauerfeier in der Frauenkirche und im Bayerischen Landtag - Bilder

Reiter: "Schnelle und umfassende Hilfe"

Trauer um die Toten.

"Wir können diese schreckliche Tat leider nicht ungeschehen machen. Deshalb muss es unser Ziel sein, direkt und indirekt von dem Amoklauf betroffenen Menschen schnelle und umfassende Hilfe zukommen lassen", sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter. 500.000 Euro lässt sich die Stadt den Service kosten. "Die neue Telefonhotline richtet sich speziell an Bürgerinnen und Bürger, die unter den schrecklichen Eindrücken des Amoklaufs leiden und bisher noch keine Hilfe in Anspruch nehmen konnten", sagt Sozialreferentin Dorothee Schiwy. 

Dazu hat die Stadt ein Spendenkonto bei der Stadtsparkasse München (IBAN DE82701500000000424911, Hilfe OEZ 22.07.16) für die Opfer eingerichtet. Allein am Olympia-Einkaufszentrum waren mehr als 1 000 Menschen Zeugen der Gewalttat geworden. Andere wiederum wurden in der Innenstadt verletzt, als sich die Angst breitmachte, auch hier könnte es zu Gewalttaten gekommen sein. Die Beratung soll jetzt Wunden schließen helfen - ganz verheilen werden sie wohl nie.

F. Fussek

Die letzten Worte des Amokläufers

Noch immer ist nicht jedes Detail der schrecklichen Tat von Ali David S. geklärt. Zumindestens soll jetzt herausgekommen sein, was seine letzten Worte waren. Als zwei Polizisten den Täter in der Henckystraße stellten, soll dieser die beiden aufgefordert haben ihn zu töten! "Erschießt mich doch!", soll er den beiden Zivilpolizisten entgegengerufen haben. Die beiden Beamten gingen aber nicht auf die Aufforderung von Ali David S. ein, zogen sich zurück. Daraufhin richtete Ali David S. seine Waffe gegen seinen Kopf - und drückte ab. Zuvor hatte er noch seinen Rucksack von sich geworfen.

Die Leiche des Täters ist mittlerweile von den Behörden freigegeben worden. Die Familie darf Ali David S. jetzt bestatten. Wo dies passieren wird, ist Sache der Familie und nicht bekannt.

Der 22. Juli 2016 wird aber weiter rätselhaft bleiben.

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