Morddrohungen gegen Ali S. Familie

Vater des Amokschützen: "Unser Leben in München ist erledigt"

München - Sie erhalten Morddrohungen, sie machen sich Vorwürfe - und sie trauern um ihr Kind. Jetzt sprach erstmals der Vater des Münchner Amokläufers.

Auch sie sind die Opfer des Amoklaufs vom 22. Juli: die Familie des Todesschützen Ali S.. Wie sehr sie unter der Bluttat des Sohnes zu leiden hat, berichtet Vater Masoud S. in einem Gespräch mit der Bild am Sonntag

Darin wird S. wie folgt zitiert: "Mir geht es schlecht. Wir bekommen Morddrohungen, meine Frau weint seit einer Woche. Unser Leben in München ist erledigt." Die Familie habe nicht bemerkt, wie der Sohn immer weiter abglitt, auch dass er Antidepressiva nahm und sich Informationen über Amokläufe besorgte, wusste der Vater nicht. "Ich will das alles wissen", sagt er. Vorwürfe mache er nicht nur sich, sondern auch der Lehrerin und den Mitschülern seines Sohnes.

Masoud Sonboly zur BamS: „Ich will das alles wissen. Auch was für Medikamente mein Sohn genommen hat“, so der Taxifahrer. Denn nachweislich hatte der Amokläufer Antidepressiva genommen. Sein Vater macht sich nun große Vorwürfe und versteht nicht, dass er nicht bemerkt hatte, wie sein Sohn zum Attentäter wurde. Von einer Waffe, so beteuert der Vater, „habe ich nichts gewusst.“

Vor vier Jahren habe Masoud S. seinen Sohn von der Schule genommen, als er erfuhr, dass Ali gemobbt wird. Auch habe er einige Schüler angezeigt, doch die Ermittlungen seien im Sande verlaufen. Ali S. veränderte sich, glitt in seine eigene Realiät ab, wollte fortan David genannt werden, soll stolz gewesen sein, am gleichen Tag Geburtstag zu haben wie Adolf Hitler. Obwohl die Staatsanwaltschaft nach wie vor nicht von einer rechtsradikal motivierten Tat ausgeht, halten sich die Aussagen um Ali S. hartnäckig.

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Rubriklistenbild: © AFP

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