Touristen ließen Handys, Geld, Hüte zurück

Was nach der Panik im Hofbräuhaus übrig blieb

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Das Fundbüro leert sich: Der Besitzer des Rennwagens hat sich aber noch nicht bei Sabine Barthelmeß gemeldet. 

München -  An die Massenpanik im Hofbräuhaus erinnert nur noch ein notdürftig repariertes Fenster. Ganz anders als im Biergarten geht es im Fundbüro des Wirtshauses zu: Hier wird immer mehr Platz frei.

In der Schwemme prosten sich asiatische Touristen zu, der Biergarten ist gut gefüllt und auch die Musik spielt seit Montag wieder - im Hofbräuhaus ist alles beim Alten. An die Massenpanik nach dem Amoklauf in München erinnert nur noch ein notdürftig repariertes Fenster. Ganz anders als im Biergarten geht es im Fundbüro des Wirtshauses zu: Hier wird immer mehr Platz frei.

„80 Handys lagen hier am Samstag in der Früh, drei sind jetzt noch da“, sagt Sabine Barthelmeß, die Sprecherin des Hofbräuhauses. Auch zwei Kreditkarten haben den Weg zu ihren Besitzern noch nicht gefunden. Viele Gäste haben bei der Flucht aus dem Wirtshaus Dinge liegen gelassen: Handys, Hüte, Geldbörsen. Aber auch einzelne Schuhe, ein Puppenwagen und ein roter Lego-Rennwagen sind liegengeblieben.

Gerade die Kinder lägen ihnen am Herzen, erklärt Sabine Barthelmeß. „Die Spielsachen zurückzubekommen hilft den Kindern vielleicht ein bisschen dabei, den Schock besser zu verarbeiten.“ Manche Gäste sind schon wieder abgereist – ihre Sachen bekommen sie trotzdem zurück: Das Hofbräuhaus schickt die Fundsachen per Post an die rechtmäßigen Besitzer zurück – gratis, solange die Kosten im Rahmen bleiben. „Die Besitzer sollen sich bitte einfach per E-Mail oder Facebook bei uns melden“, erklärt Sabine Barthelmeß.

Die Anfragen dafür kamen sogar schon aus Amerika. Meistens mit einer zweiten Bitte: Viele Gäste wollen nachträglich ihre Zeche zahlen. „Ich finde es toll, dass unsere Gäste so aufrichtig sind“, sagt Barthelmeß. Bezahlen müsse die Zeche von Freitagabend aber trotzdem niemand, die übernimmt das Hofbräuhaus.

Normalität indes könnten auch die Mitarbeiter am Platzl nicht einfach wieder herstellen. „Aber wir können ein gutes Gefühl geben“, so Barthelmeß. Ein großes Lob gab es für die Mitarbeiter vom Wirt – auch von vielen Gästen: Sie hätten mit ihrem ruhigen Verhalten verhindert, dass Menschen sich ernsthaft verletzen. 

Emil Nefzger

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