"Kaum ein Auge zugemacht"

Sie flüchteten vor dem Amokläufer

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Immer noch unter Schock: Sascha Jovanovic und Tochter Esmeralda.

München - Sascha Jovanovic steht dem Amokläufer bei dessen Tat kurzzeitig beinahe gegenüber. Dann stürmt der Familienvater davon und bringt Frau und Kinder in Sicherheit. 

Er rannte um sein Leben! Familienvater Sascha Jovanovic stand gerade auf der anderen Straßenseite des McDonald's, als er sah, wie der Täter dort auf Passanten feuerte. "Erst stand ich da wie festgewachsen", erinnert sich der 37-Jährige. "Doch dann lief der plötzlich über die Straße auf mich zu - da bin ich um mein Leben gerannt."

Rund 200 Meter südlich, an der Ecke Hanauer Straße/ Pelkovenstraße sind zu diesem Zeitpunkt Jovanovics Frau und seine beiden Kinder Esmeralda (9) und Nikola (6) auf einem Spielplatz. "Wir haben das Knallen gehört, wussten aber erst nicht, was das war", erzählt die Grundschülerin. Kurz danach kommt aber auch schon ihr Vater atemlos auf den Spielplatz gelaufen. "Ich hab meiner Frau zugerufen, dass sie und die Kinder schnell mitkommen müssen, weil am OEZ geschossen wird." Gemeinsam rennt die Familie dann in ihre wenige hundert Meter entfernte Wohnung - und sperrt sich ein.

"Ich selbst hab in der Nacht kaum ein Auge zugemacht", erzählt der Vater: "Das ist schon krass, wenn so etwas quasi vor deiner Haustür passiert." Beide Kinder trauen sich vor Angst nicht mehr alleine auf die Straße, wollen nicht mehr in die Schule gehen. "Wir müssen schauen, wann wir das einigermaßen verdaut haben", so der 37-Jährige.

Sven Rieber

Sven Rieber

Sven Rieber

E-Mail:sven.rieber@merkur.de

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