FAZ berichtet über neue Studie

Armutsrisiko in München deutlich höher als gedacht

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Armutsrisiko in Deutschland steigt

München - Offiziell gelten 10,3 Prozent der Münchner als armutsgefährdet. Diese Zahl berücksichtigt aber nicht die hohen Lebenshaltungskosten - und ist laut neuer Studie deutlich höher.

In den großen deutschen Städten ist nicht nur der Wohnraum knapp und deshalb teuer - auch die weiteren Lebenshaltungskosten sind teurer als in ländlichen Regionen. Das statistische Armutsrisiko ist deshalb laut einer unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) deutlich höher als bisher amtlich berechnet, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet.

So gelten in München offiziell 10,3 Prozent der Bürger als armutsgefährdet - ihr Haushaltsnettoeinkommen beträgt weniger als 60 Prozent des deutschen Mittelwerts. Diese Zahl schnellt jedoch laut "FAZ" auf 18 Prozent hoch, wenn bei den Berechnungen die hohen Münchner Lebenshaltungskosten mit einbezogen werden. 

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Ähnlich sehe es in anderen westdeutschen Metropolen wie Stuttgart oder Hamburg aus. Im Durchschnitt aller Großstädte seien gemessen an der Kaufkraft 22 Prozent der Menschen armutsgefährdet. Berücksichtige man nur das Einkommen, seien es drei Prozentpunkte weniger.

Geringstes Armutsrisiko im Raum Ingolstadt 

Für viele ländliche Regionen gilt laut FAZ spiegelbildliches: In weiten Landstrichen sei die Einkommensarmut bei herkömmlichen Berechnungen bisher deutlich überzeichnet gewesen - weil wiederum nur das niedrige Einkommen, nicht aber die sehr niedrigen Lebenshaltungskosten berücksichtigt wurden. 

Das geringste Risiko, arm zu werden, haben laut IW-Studie die Bürger Baden-Württembergs entlang es Bodensees - und in Bayern Menschen im Raum Ingolstadt. 

kf

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