Kein Platz mehr in Quartieren

Asyl-Ansturm: Täglich kommen 60 zu uns

+
Asylbewerber vor dem Heim an der Baierbrunner Straße

München - 60 neue Asyl-Bewerber kommen pro Tag in München an. Die Unterkünfte platzen aus allen Nähten. Die Regierung schlägt wegen des  Ansturms Alarm.

Es ist ein Bild wie ein Hilfeschrei. Dutzende Menschen am Straßenrand, man sieht ihnen die Armut an. Gleich wird ein Bus kommen, er bringt sie ins Gesundheitsamt und zur Kleiderkammer. Männer, Frauen, Kinder: Sie alle haben kein Zuhause mehr, sind aus ihrer Heimat geflohen und hoffen jetzt auf Asyl in München. Die Not der Welt ist auch hier bei uns zu sehen – und zwar immer stärker. Mittlerweile treffen pro Tag bis zu 60 Neuankömmlinge in der Stadt ein.

Vor nicht allzu langer Zeit waren es halb so viele, und schon das war problematisch. Es gibt einfach nicht genügend Platz, um die Menschen unterzubringen. Die Regierung von Oberbayern sucht händeringend nach einer Möglichkeit, um allen ein Dach über dem Kopf und eine menschenwürdige Versorgung zu bieten.

Wie schwierig das mittlerweile ist, zeigte sich am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Regierungs­vizepräsidentin Maria Els sagte: „Zum vergangenen Wochenende haben wir einen drohenden Notstand gerade noch abgewendet, da in der Bayernkaserne zusätzliche 176 Plätze bereitgestellt werden konnten, die die Landeshauptstadt sonst während der Kältemonate Obdachlosen als Unterkunft anbietet. Auch dieses ,Haus 9‘ ist mittlerweile jedoch nahezu voll belegt.“

Eigentlich reden wir nicht mehr von Not-Unterkünften, sondern von Not-Not-Unterkünften. Etwa von Zimmern „in Systembauweise“ (also von Containern). Oder davon, dass sich die Behörden bei Hotels oder Pensionen nach Übergangs-Zimmern erkundigen.

Gerade auf dem schwierigen Münchner Wohnungsmarkt wird sich die Lage kaum verbessern, zumal der Trend eindeutig ist: Die amtliche Vorhersage geht ­davon aus, dass in Oberbayern künftig monatlich mindestens 335 Asylbewerber mehr ankommen werden als im Vorjahres-Vergleich. Die meisten stammen aus Russland, Syrien, Afghanistan und dem Iran.

Die Landratsämter und die Städte (also auch München) werden jetzt noch stärker helfen müssen. Wie das gehen kann, weiß derzeit niemand.

pw, jaj, hei

auch interessant

Meistgelesen

Legendäre Münchner Biermarke kehrt zurück
Legendäre Münchner Biermarke kehrt zurück
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Der große Test: So schmeckt‘s auf dem Tollwood
Der große Test: So schmeckt‘s auf dem Tollwood
Mal ernsthaft. Wie soll ein 27-Jähriger in München fürs Alter vorsorgen?
Mal ernsthaft. Wie soll ein 27-Jähriger in München fürs Alter vorsorgen?

Kommentare