Spatenstich im Februar

25er-Tram nach Berg am Laim: Ab jetzt wird gebaut!

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MVG-Chef Herbert König (l.) und OB Dieter Reiter gaben den Startschuss.

München - In München war am Freitag der erste Spatenstich für die Trambahn Linie 25. Bis Dezember soll die Strecke bis Berg am Laim fertig sein.

Ein Spatenstich im Februar? Für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ein Novum. „Ich kann jedenfalls nicht erinnern, dass wir das schon mal gemacht hätten“, sagte MVG-Chef Herbert König. Aber nun ist es passiert: Am Freitag fiel der Startschuss für die neue Tram nach Steinhausen.

Die Strecke wird vom Max-Weber-Platz bis zum S-Bahnhof Berg am Laim reichen und 2,7 Kilometer lang sein. Es ist die Verlängerung der 25er-Tram. Dabei kommt der Stadt zugute, dass die neue Straßenbahn vom Max-Weber-Platz bis zum Trambetriebshof die vorhandenen Gleise in der Einsteinstraße befahren kann. Erst ab da müssen neue Schienen verlegt werden. Das kostet 18 Millionen Euro. Fertigstellung ist für Dezember geplant. Es entstehen sechs neue Haltestellen (siehe Grafik).

Baustart wäre eigentlich im April des Vorjahres gewesen. Aber wegen personeller Engpässe bei der Regierung von Oberbayern war es zu Verzögerungen gekommen.

Der Streckenverlauf der Tram nach Steinhausen mit sechs neuen Haltestellen.

OB Dieter Reiter (57, SPD) freute sich über einen „wichtigen verkehrspolitischen Tag“. Mit der Tram werde nicht nur das Neubaugebiet Bogenhauser Tor erschlossen, sondern auch das bereits bestehende Gewerbegebiet Steinhausen und das SZ-Hochhaus in Berg am Laim. Vernünftig sei zudem gewesen, die Strecke so zu planen, dass sie bei Bedarf bis nach Zamdorf verlängert werden kann. „Ob wir das brauchen werden, wird sich zeigen.“

Insgesamt nämlich sei die Stadt in Sachen ÖPNV „gar nicht so schlecht aufgestellt“. Dennoch: In der wachsenden Metropole München müsse man dafür sorgen, dass nicht alle mit dem Auto fahren. Reiter nannte weitere Projekte wie die U9 für die Innenstadt, die Tram Westtangente (siehe Kasten) – und auch den Bau der 2. Stammstrecke. Reiter: „Egal wo ich bin, ich werde darauf angesprochen. Die Münchner haben einen Anspruch darauf.“ Die Pläne müssten vorangetrieben werden. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja den nächsten Spatenstich wieder in einem Februar.

So steht es um die Westtangente

Als es um die Tram Westtangente ging, sagte OB Dieter Reiter (SPD), es werde eine Beschlussvorlage geben, „und dann werden sich Mehrheiten bilden“. Es ist kein Geheimnis, dass der OB die Tangente will. Im Dezember hatte er im tz-Interview eine Entscheidung im ersten Quartal 2016 gefordert. Kein Geheimnis ist auch, dass SPD und CSU den Bau der Tram in der Kooperationsvereinbarung fixiert haben.

Allerdings mit dem Zusatz, dass die neue Strecke den Autoverkehr nicht beeinflusst. Kein Geheimnis ist auch, dass die CSU das bezweifelt. In der Fraktion gibt es daher weniger Zuspruch für den Bau. Insofern kann die Aussage des OB, es sollen „sich Mehrheiten bilden“, durchaus bedeuten, dass die SPD mit Tram-Freunden aus der Opposition den Bau der Westtangente gegen die Stimmen der CSU durchdrückt. Aber das ist noch ein Geheimnis.

Sascha Karowski

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