Gelände an der Hochstraße

Ausweich-Platz für Kita gesucht: Eltern kritisieren geplanten Container

München - Das Grundschul-Gelände an der Auer Hochstraße soll eine Ausweich-Kita beherbergen. Der Elternbeirat jeodch fürchtet zwei Baustellen.

An der Grund- und Mittelschule an der Hochstraße sorgen sich Eltern wegen der Idee, einen neuen Container aufzustellen. Er könnte auf dem Schulgelände als Ausweichmöglichkeit für die Kindertageseinrichtung am Mariahilfplatz platziert werden. Diese gehört dringend saniert, und die Stadt sucht noch Ersatzräume während der Bauzeit.

Das Referat für Bildung und Sport prüft deshalb gerade, welcher Standort sich für einen solchen Ausweichcontainer am ehesten eignet – dabei ist das Schulgelände an der Hochstraße in der engeren Auswahl. Es sei allerdings noch keine Entscheidung gefallen, hieß es. Auch stehe noch nicht fest, wann genau die Kita am Mariahilfplatz saniert werde.

Die BA-Vorsitzende Adelheid Dietz-Will meint, der Druck im Viertel sei hoch genug.

So viel gab das Bildungsreferat gegenüber dem Bezirksausschuss Au-Haidhausen jedoch bekannt: Für voraussichtlich etwa zehn Jahre soll der Container an einem Wahlort stehenbleiben – erst als Ausweichmöglichkeit für die Kita am Mariahilfplatz und später möglicherweise auch für andere Kitas in der Umgebung, wo gebaut wird. Der Haidhauser Bezirksausschuss sieht zumindest letzteres skeptisch. Die Vorsitzende Adelheid Dietz-Will (SPD) sagte, der Druck sei im eigenen Viertel schon groß genug. Es müssten nicht noch Kinder aus anderen Bezirken an die Hochstraße gebracht werden.

Der Elternbeirat der Grund- und Mittelschule mit Tagesheim an der Hochstraße ist empört. Denn ohnehin werde auf dem Schulgelände demnächst gebaut. Geplant ist ein Erweiterungsgebäude mit drei Zügen. Aktuell besuchen knapp einhundert Schüler allein die Grundschule an der Hochstraße, in dem Erweiterungsgebäude sollen künftig rund 300 Schüler Platz haben, teilte das RBS mit. Denn mit den geplanten Wohnungen auf dem ehemaligen Paulaner-Gelände wird es im Viertel für Familien enger. Die Grundschule am Mariahilfplatz ist zudem dringend sanierungsbedürftig.

Baubeginn für den Erweiterungsbau an der Hochstraße ist nach Angaben des Bildungsreferats voraussichtlich im März 2017, die Bauarbeiten sollen bis zum Frühjahr 2019 dauern. Die Eröffnung ist dann zum Schuljahresbeginn 2019/2020 vorgesehen.

Jetzt also drohe ab 2018 auch noch ein Container dazuzukommen, schimpft der Elternbeirat an der Hochstraße. „Wir sind in Sorge, dass unsere Kinder durch die zwei Baustellen erheblich gefährdet werden und dass ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann“, kritisieren die Mütter und Väter. Auf dem Gelände seien bereits „ganztägig 216 Schüler anwesend“, schrieben sie in einem Brief an den Bezirksausschuss. Zusätzlich kämen zweimal pro Woche die Schüler der Weilerschule tagsüber zum Sportunterricht. Außerdem würden Klassen aus verschiedenen Münchner Schulen Räume der Projektwerkstatt nutzen, sagen sie. Durch einen dritten Bau wären Projektwerkstatt und Sportplatz auf dem Schulgelände nicht mehr frei zugänglich. Weitere Bäume müssten fallen.

Allein für den geplanten Neubau auf dem Schulgelände an der Hochstraße werden nach Angaben des Baureferats etwa einhundert „Bäume und Gehölze“ entfernt. „Zur Kompensation wird das Flachdach des Schulneubaus extensiv begrünt“, sagte eine Sprecherin. Es sollen 43 neue Bäume auf dem Gelände gepflanzt werden. Mehr Bäume seien auf der Fläche wegen der Schulnutzung nicht möglich. 

Anne Hund

Rubriklistenbild: © dpa

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