Früher lagerten hier Paulaner-Kästen

1500 Wohnungen: So sieht der neue Nockherberg aus

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So sollen die Neubauten an der Welfenstraße aussehen.

München - In der Au rollen die Bagger: Die Bebauung des ehemaligen Paulaner-Geländes rückt immer näher. 1500 Wohnungen errichtet hier die Bayerische Hausbau in den kommenden Jahren. Nun werden weitere Details bekannt, etwa zur Fassadengestaltung – und sie begeistern nicht alle.

Wo sich vor kurzem noch die Biertragerl auf dem Brauerei-Gelände stapelten, ist nur noch Schutt zu sehen. Und Bagger. Mit ihnen ist der Startschuss gefallen für eine gewaltige Umgestaltung in der Au: die Neubebauung des Paulaner-Areals.

Die Bayerische Hausbau hat nun neue Details zu den Planungen herausgegeben. Am Dienstag veröffentlichte sie eine erste Ansicht der an der Welfenstraße vorgesehenen Gebäude. Der Neubau soll nach Angaben der Hausbau „auch in puncto Farbwahl Akzente setzen“. Wie auf einer neuen Simulation der „Formstadt Architekten“ zu sehen ist, wird die Fassade in Grün gehalten sein, die Gauben und der Gebäudesockel des fünfstöckigen Baus sind Aubergine-farben. Das Gebäude verstehe sich „als Antwort auf den gegenüberliegenden historischen Weilerblock“, teilten die Planer mit.

Streitfall Fassadengestaltung

In Schutt und Asche: der Bagger hat an der Welfenstraße bereits ganze Arbeit geleistet. Früher waren hier Bierkästen gelagert.

Bereits im Vorfeld hatte sich der Bezirksausschuss Au-Haidhausen irritiert über die „großflächige, farbliche Zusammenstellung“ bei der Fassadengestaltung gezeigt. Im Unterausschuss Planung waren sich die Mitglieder einig, dass sich die Entwickler bei der Fassade des Nordflügels entlang der Welfenstraße „nochmals eine ansprechendere Lösung überlegen“ sollten. Von einer Vielfältigkeit der Fassade, die die Vielzahl von Einzelhäusern mit sich bringe, sei nichts zu spüren. BA-Mitglied Werner Walter (Grüne) sprach sogar von einer „Plattenbau“-Anmutung.

Die Farbdiskussion dürfte auch Thema der Informationsveranstaltung sein, die die Bayerische Hausbau nun für Mittwoch, 26. Oktober, ab 19 Uhr angesetzt hat. Hier wird Geschäftsführer Jürgen Büllesbach im Pfarrsaal Mariahilf am Mariahilfplatz 5 das Aussehen der geplanten Gebäude und den Zeitplan vorstellen.

2019 sollen die ersten Bewohner einziehen

Soviel ist bereits jetzt bekannt: Die Bauarbeiten an der Welfenstraße sollen 2017 starten und die ersten Bewohner bereits 2019 einziehen können. Insgesamt sollen in drei Abschnitten an der Welfen-, der Reger- und der Falkenstraße 1500 Wohnungen für Familien, Paare und Singles entstehen. Auf 149 000 Quadratmetern Geschossfläche sollen bis zu 3500 Menschen ein neues Zuhause finden.

30 Prozent der Wohnfläche sind nach Hausbau-Angaben für den geförderten Wohnbau vorgesehen. Teil der Pläne sind auch vier Häuser für Kinder mit Kita-Plätzen sowie weitläufige Grünanlagen mit Spielplätzen. Geplant sind auch mehrere Tiefgaragen: eine unter dem Wohn- und Geschäftsblock an der Falkenstraße, eine an der Welfenstraße und für die Wohnblocks zwischen Reger- und Hochstraße zweigeschossige Garagen für Anwohner, Besucher und Gäste der Paulaner-Gaststätte.

2017 Start an der Falken-, 2018 Start an der Regerstraße

Die Vorarbeiten an der Welfenstraße haben schon begonnen. An der Falkenstraße beginnt im Herbst der Abriss, gebaut wird ab 2017, 2018 dann an der Regerstraße. Die Gebäude der drei Abschnitte haben mehrere Architekturbüros entworfen – das soll laut Hausbau „eine abwechslungsreiche Fassadengestaltung und Adressbildung“ ermöglichen. An der Regerstraße etwa sollen Breite und Höhe der Häuser variieren, um den Eindruck von Einzelhäusern zu verstärken. 2023 soll das gesamte neue Areal fertiggestellt sein.

Zum ersten Mal durften bei der Neubebauung des Paulaner-Areals bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung die Bürger mitdiskutieren. Nach der ersten Auswahl von Preisgruppen konnten sie im Rahmen einer Bürgerwerkstatt und einer Erörterungsveranstaltung der Stadt München ihre Anregungen, Kritik und Wünsche einbringen

Hier wird die alte Paulaner-Brauerei abgerissen

Der Wegzug vom Nockherberg

Spätestens 1634 hatten die Paulaner-Mönche am Nockherberg mit dem Bierbrauen begonnen. Heuer stellte die Brauerei im März dort nach 384 Jahren ihren Betrieb ein. Am 3. Juni 2014 war mit dem Neubau der Brauerei an der westlichen Stadtgrenze in Langwied begonnen worden. Am 14. August 2015 zogen die Braumeister von der Au nach Langwied, am 15. September 2015 wurde die neue Brauerei feierlich eröffnet. Die Abbrucharbeiten in der Au begannen in der Falkenstraße im Februar dieses Jahres – wenige Wochen, bevor der Betrieb am Nockherberg endgültig eingestellt wurde. An der Falkenstraße entsteht die neue Paulaner-Zentralverwaltung.

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Caroline Wörmann, Anne Hund, Johannes Welte

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