Legendäres Münchner Wirtshaus

Nockherberg: Sie sind die neuen Wirte - das ändert sich jetzt

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Neues Nockherberg-Team: Christian Schottenhamel (l.) und Florian Lechner (r.) mit Paulaner-Geschäftsführer Andreas Steinfatt.

München - Inoffiziell fiel sein Name immer wieder, nun ist es auch offiziell: Christian Schottenhamel wird neuer Nockherberg-Wirt. Eine Überraschung gab es beim zweiten Pächter.

Schon lange wurde gemunkelt, jetzt ist es offiziell: Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel (54) übernimmt den Paulaner am Nockherberg. Aber nicht alleine: Zweiter Pächter und Schottenhamels Partner wird Florian Lechner (43) - bekannt als Betreiber des Bio-Landhotels und Restaurants „Moarwirt“ (Dietramszell, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen).

Seit dem Frühjahr steht fest, dass der bisherige Nockherberg-Wirt Peter Pongratz (69) nach dem Starkbieranstich 2017 aufhört. Dann wird das Stammhaus der Paulaner Brauerei erst einmal umgebaut. Im Frühjahr 2018, rechtzeitig zum nächsten Salvatoranstich, starten die neuen Pächter.

Schottenhamel: „Ein kleines Weihnachtsgeschenk vorab“

Für zehn Jahre mit Option auf Verlängerung hätten sie den Vertrag unterschrieben, erzählt Christian Schottenhamel, bislang Pächter des Löwenbräukellers. Den hat allerdings Wiesnwirte-Kollege Edi Reinbold (Schützenzelt) gekauft. Schottenhamel musste sich nach etwas Neuem umschauen. „Das ist nun ein kleines Weihnachtsgeschenk vorab“, so Schottenhamel. 

Florian Lechner und er hätten sich schon für mehrere Objekte beworben. „Jetzt hat es geklappt.“ Eine Neuerung am Nockherberg ist schon bekannt: Zukünftig soll es hausgebrautes Bier in der Gaststätte geben. Außerdem wollen die neuen Pächter auch weiterhin auf bayerische Küche setzen - aber „auf modern“, wie Lechner der tz sagt. 

„Das heißt nicht, dass es bei uns keinen Schweinsbraten mehr geben wird - aber nur mit handgemachten Knödeln“, ergänzt Schottenhamel. Weitere Ideen: ein großer Grill in der Küche und ein Angebot an Steaks. 

Christian Schottenhamel zeigt sich von der Kochkunst seines neuen Partners (vom Restaurantführer Gault Millau mit 14 Punkten ausgezeichnet) begeistert - er will vor allem seine Erfahrung im Event-Bereich einbringen.

Paulaner-Geschäftsführer Andreas Steinfatt (48): „Es ist toll, dass wir zwei absolute Gastronomie-Profis als neue Wirte vorstellen können.“ 

Hier wird die alte Paulaner-Brauerei abgerissen

Stühlerücken in der Gastro-Szene

Florian Lechner und Christian Schottenhamel: Die beiden neuen Wirte des Paulaner am Nockherberg kennen sich schon lang aus der Gastro-Szene. Der gebürtige Münchner Lechner (43) betreibt eine Kochschule im Arabellapark, außerdem seit sechs Jahren das Café Nymphenburg am Viktualienmarkt. 

Seit 15 Jahren führt er außerdem das Landhotel und Restaurant „Moarwirt“ (Dietramszell, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Für seine Kochkunst dort wurde Lechner vom renommierten Restaurantführer Gault Millau mit 14 Punkten ausgezeichnet. Die höchste Wertung sind 20 Punkte.

Lechner ist auch Autor mehrerer Kochbücher (zum Beispiel „Das Hüftgold-Backbuch“, 2014) und Vater zweier Buben: Quirin (3) und Vincent (11). Was aus seinem bisherigen Hauptbetrieb, dem „Moarwirt“ werde, wisse er noch nicht, so Lechner. „Wir setzen uns jetzt erst einmal für die Detailplanung für den Nockherberg zusammen.“ 

Die Pläne arbeitet Lechner mit der Brauerei und seinem Geschäftspartner Christian Schottenhamel (54) aus. Schottenhamel ist Wiesn-Wirt (Schottenhamelzelt) und betreibt unter anderem derzeit in München den Gutshof Menterschwaige und den Löwenbräukeller. Im Herbst 2015 war jedoch bekannt geworden, dass Schottenhamels Wiesn-Wirte-Kollege Edi Reinbold (Schützenzelt) den Löwenbräukeller gekauft hat. Denn: Auf lange Sicht muss Reinbold wohl aus dem Franziskaner raus. Der Gebäudekomplex an der Residenzstraße 9 soll umgebaut werden. 

Schottenhamel war seit dem Bekanntwerden der Pläne auf der Suche nach einem neuen Lokal - nun ist ihm mit dem Nockherberg ein Coup gelungen.

Politiker-Derblecken: Hier startet die fünfte Jahreszeit

Der Nockherberg ist der Nabel Bayerns - zumindest einmal im Jahr. Denn: An der Hochstraße steigt zur Fastenzeit traditionell das Starkbierfest mit Salvator-Ausschank. Ursprünglich war es der Wirt, der dabei seine Gäste derbleckte, mittlerweile ist die Sache hochoffiziell und hochpolitisch.

Denn: Zur Eröffnung der fünften Jahreszeit (diesmal im März) werden der bayerische Landesvater und sein Kabinett derbleckt. Mama Bavaria alias Kabarettistin Luise Kinseher hält wohl wieder ihre Fastenpredigt, dann folgt das Singspiel von Marcus H. Rosenmüller und Thomas Lienenlüke. 

Die anwesende Polit-Prominenz hat dabei nicht immer was zu lachen - die Zuschauer umso mehr.

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