Am Sonntag im Gasteig

Diese Organisationen präsentieren sich auf der Freiwilligen-Messe

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Safiétou Faye (vorne Mitte) bei einem ihrer Besuche im Senegal.

München - Wer sich gerne engagieren möchte, kann sich am Sonntag im Gasteig informieren. Dort präsentieren rund 80 Organisationen und Initiativen ihre Arbeit. Die tz stellt drei von ihnen schon jetzt vor.

Ein Drittel der Bevölkerung engagiert sich sozial. Ein weiteres Drittel würde gerne, weiß aber nicht wie: Genau an diese Münchner richtet sich die zehnte Freiwilligen-Messe im Gasteig am Sonntag (10 bis 17 Uhr, Eintritt frei).

80 Organisationen und Initiativen stellen sich vor. Das Motto der Messe: „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft - freiwilliges Engagement vor Ort und weltweit“. 

Angesichts der Flüchtlingssituation sei es wichtig, was „wir hier für andere Länder tun können“, sagt Gerlinde Wouters, Leiterin der Förderstelle für Bürgerschaftliches Engagement. 

Aber auch Initiativen, die sich um die Natur, Kranke oder Kinder hierzulande kümmern, sind zahlreich vertreten. Bei den Besuchern könnte sogar der Rekord vom vergangenen Jahr geknackt werden: Damals kamen 6000 Münchner in den Gasteig.

Die tz stellt drei Initiativen der Freiwilligen-Messe vor:

Kindern helfen im Senegal

Sie durfte selbst als Kind im Senegal nicht zur Schule gehen: Safiétou Faye (35) war damals nicht gemeldet. Mittlerweile lebt Faye seit zehn Jahren in München, hat Medien und Kommunikation und Sprachwissenschaft studiert. 

Es war an der Zeit, etwas für die Kinder in meiner Heimat zu tun.“ Also gründete sie vor einem Jahr den Verein „sunu dome“ („Unser Kind“). Mit ihm will Faye in ihrem Heimatdorf Thiès None ein Kinder- und Jugendzentrum bauen. 

„Das Grundstück haben wir schon - und auch die Lehrer und Erzieher.“ Jetzt sammeln sie Geld für den Bau. „Wir freuen uns über alle Ehrenamtlichen, die mit Ideen auf uns zukommen.“ 

Junge Familien entlasten

Ehrenamtliche entlasten junge Familien bei "wellcome" bei der Kinderbetreuung.

Den Stress nach der Geburt müssen frischgebackene Mamas und Papas nicht alleine bewältigen - das ist der Ansatz des Sozialprojekts „wellcome“. „Die Eltern können bei uns anrufen - und bekommen für das erste Lebensjahr ihres Kindes einen Helfer vermittelt“, sagt Katrin Lietz (44). Sie ist die Teamkoordinatorin eines von vier „wellcome“-Zentren in München.

Etwa fünf Euro die Stunde kostet das die Eltern (Rabatt möglich). Die Helfer schauen ein- bis zweimal die Woche bei der Familie vorbei. „Die Mama oder der Papa kann die entstandene Zeit für sich nutzen - und mal ein paar Stunden schlafen oder in Ruhe duschen.“

Die Nachfrage nach Ehrenamtlichen ist viel größer als das Angebot, so Lietz. Erfahrungen mit eigenen Kindern sind für die Arbeit als Helfer gut - aber kein Muss. 

Afghanische Frauen unterstützen

Die Mudschahedin misshandelten sie und verboten ihr, zu arbeiten. Die Taliban ermordeten ihre Schwester. Trotzdem hat Mariam Wahed (Foto M.) nie aufgegeben. 

Mariam Wahed (Mitte) mit zwei weiteren Frauenrechtlerinnen.

Die Sozialpädagogin kämpft für die Rechte der Frauen in ihrer Heimat Afghanistan. Mit ihren Mitstreitern im Münchner Verein „Frauenhilfe Afghanistan“ unterstützt sie eine Beratungsstelle in der Provinz Parwan nordwestlich von Kabul. 

Eine in Afghanistan mittlerweile zu kleiner Berühmtheit gekommene Lehrerin und Fußballtrainerin, Khatol Faqirzada, hilft dort Frauen, die verprügelt,  vergewaltigt oder zwangsverheiratet wurden.

Die Frauen lernen zu lesen und zu schreiben - und sich ein Einkommen zu verdienen. „Wir freuen uns über Ehrenamtliche, die uns etwa helfen, Infoabende zu organisieren“, so Wahed.

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