Da bröckelt es schon wieder

Frisch saniert und schon kaputt: Tram-Gleise an der Ismaninger Straße

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Gernot Lutz und die Schäden an den Tram-Gleisen.

München - Im Oktober sind die Gleise in der Ismaninger Straße aufwendig saniert worden. Doch bereits fünf Monate später gibt es erste Risse. Das bringt einen Anwohner auf die Palme.

Baupfusch in Bogenhausen? Gernot Lutz jedenfalls ist sauer: „Da geht mir der Hut hoch“, sagt der 67-Jährige. Anlass für seine Aufregung ist die Ismaninger Straße. Die ist zwischen den Tramgleisen erst im Oktober aufwendig saniert worden. „Vier Wochen hat das gedauert“, erzählt Lutz. Und jetzt? „Jetzt ist sie wieder kaputt.“

Tatsächlich zeigen sich erneut deutliche Risse. „Es heißt immer, die Tram ist günstiger als ein Bus“, schimpft Anwohner Lutz. „Aber hier wird durch schlechte Bauausführung Geld verbrannt.“ Davon mal ganz abgesehen, dass eine Sanierung stets mit Behinderungen für den Verkehr verbunden ist. Lutz fragt: „Kann man das nicht mal so vernünftig machen, dass es länger hält.“

Ursache liegt bei einem Kunststoffgemisch

Ein Foto von der Baustelle.

Laut einem Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) liegt der Grund für die regelmäßigen Schäden in einem Kunststoffgemisch, dem so genannten Polyurethan. 1999 wurden die Gleise erneuert und mit dem Gemisch ummantelt. Das war seinerzeit ein neues Verfahren, um die Geräusche durch die Tram zu reduzieren. Zumindest das hat geklappt. Unschöner Nebeneffekt: Das neue Verfahren führt wegen der Elastizität der Gleislage zu den Schäden im Straßenbelag.

Daher hat die MVG zwischen 1999 und 2010 teilweise sogar mehrmals im Jahr die Strecke mit hohem Aufwand instand setzen müssen. 2010 hat der Verkehrsbetrieb eine größere Sanierung des Fahrbahnbelages durchgeführt. Ziel war es, den Zustand zu stabilisieren und die Häufigkeit und den Umfang von Fahrbahnschäden zu reduzieren. Das ist insofern gelungen, als dass die MVG jetzt nur noch einmal im Jahr einzelne Flächen flicken muss. Das wird auch noch eine Weile so gehen, teilt ein Sprecher mit. Denn die Flickarbeiten sind günstiger als ein Austausch der Schienen, die noch einige Jahre ihren Dienst tun. „Das ginge sonst in die Millionen.“ Die jüngste Sanierung hat 80 000 Euro gekostet. „Da muss man schauen, was wirtschaftlicher ist.“

Und hier kommt die neue Tram

Spatenstich für die Tram nach Steinhausen: Am kommenden Freitag wird OB Dieter Reiter (57, SPD) um 11.30 Uhr gemeinsam mit MVG-Chef Herbert König den Startschuss für die Bauarbeiten geben. Die neue Tramverbindung vom Max-Weber-Platz zum S-Bahnhof Berg am Laim soll auch das Entwicklungsgebiet „Bogenhausener Tor“ am Vogelweideplatz sowie das Gewerbegebiet Steinhausen mit den vielen Büros erschließen.

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