Stattdessen wird nun woanders gefeiert

Vollmond-Party an der Isar fällt ins Wasser

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Eine Full-Moon-Party in den Isarauen? Zehntausende äußerten auf Facebook ihr Interesse.

München - Das Interesse an einer Full-Moon-Party in München am Flaucher war riesig. Doch stattdessen findet die Sause nun in den Optimolwerken statt.

Punktsieg für Naturschützer, Anwohner und Stadtteilpolitiker: Zu einer Full-Moon-Party an der Isar hatte die Berliner Marketing-Firma „Event0“ Anfang März über Facebook eingeladen. Mehr als 57 000 Nutzer äußerten per Klick ihr Interesse an der Mega-Feier im Landschaftsschutzgebiet. Nach Protesten ist jetzt klar: Die Vollmond-Sause am 21. Mai wird in das Partygelände der Optimolwerke am Ostbahnhof verlegt.

Die Einladung bei Facebook sei sowieso nie als kommerzielle Feier gedacht gewesen, sondern als „Treffen unter Freunden“, sagt der Geschäftsführer der Berliner Firma, Robin Stegemann. „Als es dann von den Zusagen riesig groß geworden ist und Anwohner bei uns anriefen, haben wir überlegt, was wir tun.“ Ein PR-Gag sei die Einladung trotzdem nicht gewesen.

Die Optimolwerke am Ostbahnhof.

Nun sollen Vollmondfans am 21. Mai in drei Clubs und Außenbereichen am Ostbahnhof feiern. Mit rund 2500 Gästen rechnet die Firma. Der heiße Tanz um die Isar als riesige Partyzone mit potenziellen Müllbergen scheint damit (vorerst) beendet. Eine solche Feier sei von Anfang an aus Naturschutzgründen nicht genehmigungsfähig gewesen, so Bernhard Dullinger vom Kreisverwaltungsreferat (KVR). Die Behörde sei durch die Polizei auf die nicht angemeldete Veranstaltung gestoßen und habe den Veranstalter angeschrieben. Als durchaus ernst gemeint hat der Vorsitzende des Bezirksausschusses Thalkirchen, Ludwig Weidinger (57, CSU), den Facebook-Aufruf aufgefasst. Er vermutet: Erst der öffentliche Widerstand hat zur Verlegung geführt. Am Dienstag bringt seine Partei einen Antrag in den BA ein: Die Stadt müsse derartige Veranstaltungen verhindern. Auch Grünen-Stadtteilpolitiker Jan Erdmann (51) meint: „Wir müssen auch in Zukunft wachsam sein.“

Full-Moon-Partys: Das steckt dahinter

Nichts mit beschaulichem Mondgucken: Sogenannte Full-Moon-Partys kommen aus Thailand und sind ein Massenphänomen. Seit 30 Jahren feiern Urlauber auf der Insel Koh Phangan einmal pro Monat am Strand bis zum Umfallen. Zehntausende tanzen in T-Shirts, Badehosen oder Bikinis, hantieren mit Neon-Körperfarben und trinken reichlich Alkohol. Einen kulturellen oder historischen Hintergrund haben die Feiern nicht. Sie sollen sich aus einer Geburtstagsparty von Rucksacktouristen in den 1980er-Jahren entwickelt haben.

Ramona Weise

Ramona Weise

Ramona Weise

E-Mail:ramona.weise@tz.de

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