Schockierender Fund

Bagger gräbt mumifizierte Leiche aus

+
Die Baustelle Ecke Orleonsstraße Rosenheimerstraße. Hier wurde die Leiche gefunden.

München - Ein Baggerfahrer stößt auf dem Gelände des ehemaligen Holzkontors in Haidhausen auf Toten – Hintergründe unklar

Kein Bagger, kein Lkw, kein Presslufthammer. Innerhalb weniger Minuten wurde es am Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr auf einer Baustelle in Haidhausen ganz still. Bürokaufmann Halil-Ibrahim K., Anwohner der Orleansstraße im sechsten Stock, lag wegen seiner Beinoperation auf dem Sofa und wunderte sich. Baulärm war hier seit März eigentlich an der Tagesordnung, direkt gegenüber dem ehemaligen Holzkontor. „Gleichzeitig bimmelte mein Handy wie verrückt. Meine Nachbarn schrieben mir: Schau aus dem Fenster!“ 

Also packte K. seine Krücken und schlich Richtung Fenster, während die ersten Polizeisirenen zu hören waren. „Erst kamen Einsatzwagen, ganz zum Schluss, gegen 20 Uhr der Leichenwagen“, sagt K. Er beobachtete nun die Baustelle. Polizisten schlichen um eine kleine Grube herum, ganz in der Nähe zwischen IHK-Gebäude und S-Bahn-Brücke. Irgendetwas lag da drin, aber was? 

Freunde von K. gingen hinunter zur Baustelle, um nachzuforschen. War es ein Unfall? Einer von ihnen hatte die Gelegenheit, mit dem Baggerfahrer zu sprechen. „Meine Bekannten haben mir geschrieben, dass der Baggerfahrer beim Graben auf einen mumifizierten Toten gestoßen ist, in etwa drei Metern Tiefe. Und dann rief er die Polizei“, erzählt K. Gegen 17.30 Uhr seien Beamte in Zivil hinzugestoßen. Sie untersuchten den Fundort. Die Polizei hatte das Areal mittlerweile weiträumig abgesperrt. Vorläufig darf dort nicht weitergearbeitet werden. Baustopp. 

Wer könnte der Tote sein?

Den Leichnam entdeckte der Baggerfahrer in einem Sickerschacht, der ausgehoben werden sollte. Die Polizei kann derzeit nicht einmal das Geschlecht des Toten bestimmen. „Bei mumifizierten Körpern kann das manchmal sehr schwierig sein. Die Obduktion ist bereits angeordnet. Bald wissen wir sicher mehr“, erklärt Sven Müller, Sprecher der Münchner Polizei. Derzeit ermitteln Beamte des Kommissariats 14 (Vermisstenstelle) und 12 (Todesermittler). „Findet man bei der Obduktion Hinweise auf Fremdverschulden, schaltet sich auch das Kommissariat 11 (Mord) ein“, sagt Müller. Momentan ist völlig unklar, wer der Tote sein könnte. Möglich ist, dass es sich dabei um einen der Obdachlosen handelt, die seit Jahren im Sommer unter der S-Bahn-Brücke leben. 

Anwohner K. sagt: „Ich glaube, dass es ein Mord war. Wer sonst sollte da so lange gelegen haben?“ Seiner Meinung nach muss der Tote schon mindestens 20 Jahre unter der Erde sein. „Dort war früher immer das Holzkontor. Und da, wo sie den Toten gefunden haben, war eine Zufahrtsstraße, eine Art fester Kiesweg. Hätte dort jemand in den letzten Jahren eine Leiche vergraben, wäre das sicher aufgefallen“, sagt K.

Hüseyin Ince

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte
Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Technische Störung: Verzögerungen auf der Stammstrecke
Technische Störung: Verzögerungen auf der Stammstrecke

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion