Bedrohen Sanierungspläne den Markt?

Markt am Wiener Platz: Wenig Hoffnung für die alten Standl

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Der Wiener Platz hat einen besonderen Charme. Den will die Stadt zwar möglichst erhalten. Allerdings gilt es als wahrscheinlich, dass die alten Standl neuen Bauten weichen.

München - Die Marktstände am Wiener Platz sind wohl nicht mehr zu retten. Wie unsere Zeitung aus Händler-Kreisen erfahren hat, scheint die Stadt zum Abriss entschlossen. Am Markt herrscht teils Ratlosigkeit, teils Verwunderung.

Wie berichtet, muss der Haidhauser Markt, einer der vier ständigen Lebensmittelmärkte in München, dringend saniert werden. Die alten Holzhütten erfüllen die aktuellen Hygiene- und Brandschutzvorschriften schon lange nicht mehr. Aber müssen deshalb alle historischen Standl abgerissen werden? Manche Händler und Lokalpolitiker und viele Bürger hofften bisher, dass ein Großteil der alten Markthäusl bloß renoviert wird. Doch diese Hoffnung sehen manche nun schnell schwinden.

Bei einem Treffen vor Ostern, so verlautet es aus Händler-Kreisen, habe ein Vertreter der für die Märkte zuständigen Markthallen klar gemacht, dass die urigen Stände wegkommen – andernfalls habe der Markt keine Zukunft.

Pikant sei dabei, dass die Stadt gleichzeitig Vertreter der Händler, des Stadtrats und des Bezirksausschusses (BA) sowie aus der Nachbarschaft für den 16. April zu einem „Konsensverfahren“ geladen hat. Dabei sollen alle Betroffenen rund um den Wiener Platz gehört werden. Erst danach will die Stadt über das weitere Vorgehen beraten. Vor allem der BA Au-Haidhausen hatte auf ein solches „Konsensverfahren“ bestanden, nachdem tausende Bürger gegen den Abriss der Stände unterschrieben hatten, als entsprechende Pläne im Frühjahr 2015 bekannt geworden waren.

Die Stadt versichert derweil, man sei nach wie vor um einen Kompromiss bemüht. Es gehe darum, dass der Markt mit seinen Händlern weiterhin bestehen bleibe, betonte Kommunalreferats-Sprecher Bernd Plank gestern. „Unser Ausgangspunkt war, die Märkte fit für die Zukunft zu machen und zu erhalten.“ Dass die Stände neuen Bauten weichen müssen, habe man nie ausgeschlossen. Das große Problem bei den alten Ständen sei, dass sie zu klein seien, um alle Vorschriften von der Hygiene bis zum Brandschutz zu erfüllen.

Einen Zeitplan gibt es für den Wiener Markt noch nicht. Die Stadt will das „Konsensverfahren“ abwarten. Denkbar sei eine Bauzeit am Wiener Platz von etwa einem Jahr, hieß es bei der Stadt nur. Denkbar sei auch, dass der Verkauf übergangsweise in Containern stattfinde.

Auch der Pasinger Viktualienmarkt und der Markt am Elisabethplatz in Schwabing sollen grundlegend saniert werden. Mit der Vorplanung am Elisabethmarkt soll der Stadtrat im April betraut werden, mit dem Pasinger Markt voraussichtlich im Herbst. Eine Sanierung am Viktualienmarkt soll in einem späteren Schritt folgen.

Anne Hund

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