4,1 Millionen Euro

Adalbert-Stifter-Realschule: Schulpavillon bleibt vorerst ungenutzt

Auf dem Prüfstand: der Pavillon mit der orange-roten Fassade. Foto: Marcus Schlaf

München - Der Pavillon der städtischen Adalbert-Stifter-Realschule an der Flurstraße in Haidhausen hätte längst in Betrieb gehen sollen. Stattdessen ist immer noch fraglich, ob die 4,1 Millionen teure Anlage der städtischen Adalbert-Stifter-Realschule genutzt werden kann.

Er ist drei Stockwerke hoch, sieht für einen Schulcontainer in knalligem Rot und Orange vergleichsweise schick aus und war mit Kosten von 4,1 Millionen anberaumt. Gemeint ist der Pavillon der städtischen Adalbert-Stifter-Realschule an der Flurstraße in Haidhausen, der schon längst hätte in Betrieb gehen sollen. Doch die Anlage steht noch immer leer – kurz vor dem neuen Schuljahr wächst daher die Sorge.

Denn der moderne Pavillon mit neun Klassenzimmern sollte die sich längst abzeichnende Raumnot an der Haidhauser Realschule lindern, die im vergangenen Schuljahr 468 Kinder und Jugendliche besuchten. „Mittelfristig“ solle die alte Schule im Bestand erweitert werden, hatte die Stadt angekündigt. Bis dahin hätte man den Container in den nächsten Jahren dringend gebraucht. Denn auch eine Grundschule ist im gleichen Gebäude untergebracht. Die Tendenz nicht nur an der Flurstraße sei, dass die Schülerzahlen im Stadtbezirk weiter wachsen, warnt der Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen immer wieder eindringlich.

Lokalpolitiker, Schüler und Eltern wollten nun endlich wissen, was mit dem Schulpavillon in Haidhausen passiert. Seit einem Jahr warten sie darauf, dass er in Betrieb genommen wird – bislang hat sich das jedoch immer wieder verzögert.

Die Antwort der Stadt, die jetzt vorliegt, ist aus Sicht der Stadtteilpolitiker enttäuschend. Denn wie ihnen in den Ferien seitens der Stadt mitgeteilt worden sei, gebe es noch keine Prognose hinsichtlich eines absehbaren Termins – sprich, ob und wann der Pavillon in Betrieb gehe, berichtet BA-Mitglied Heinz-Peter Meyer (SPD). Er hält dies für „befremdlich“.

Denn der Pavillon wurde schon im Februar 2016 fertiggestellt, wie das Baureferat auf Anfrage unserer Zeitung gestern bestätigte. Trotzdem konnte die Anlage immer noch nicht freigegeben werden. Das Baureferat nennt die Gründe: „Bei einer Überprüfung der Statik vor Ort durch einen Gutachter wurde nachgewiesen, dass die Ausführung der Konstruktion von den genehmigten Plänen und der statischen Berechnung abweicht.“ Die betreffende Firma sei „zunächst mit einer Fristsetzung“ dazu aufgefordert worden, ein Sanierungskonzept vorzulegen und den Mangel zu beheben. Derzeit sei ein Prüfstatiker damit befasst, dieses Konzept zu beurteilen, sagte eine Sprecherin.

Trotzdem gibt es schon einen möglichen Plan B. Für den Fall, dass der Mangel nicht behoben werden könne, müsse die Anlage „rückgebaut und die Leistung neu beauftragt“ werden, teilte die Stadt mit.

Wie Lokalpolitiker berichteten, hat die Stadt sie Anfang August über eine denkbare „Notlösung“ unterrichtet. Über dieses Konzept werde man in dem politischen Gremium gewiss noch zu diskutieren haben, hieß es.

Viel Zeit bleibt allerdings nicht. Denn diesem Vorschlag zufolge soll der Schule – falls der orange-rote Pavillon nicht in Betrieb geht – ab den Herbstferien 2016 ein Mietpavillon zur Verfügung gestellt werden, der mit fünf Klassenzimmern allerdings kleiner ausfiele. Dieser Mietpavillon würde auf dem Rasenspielfeld des Freisportgeländes aufgestellt, ein wenig südlicher als die geplante Anlage. Für die Grund- und Realschüler bliebe es damit weiterhin eng.

Anne Hund

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