OB will die alten Standl erhalten

Reiter rettet den Wiener Platz!

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Der  Wiener Platz - ein Haidhausener Schmuckstück.

München - Das Ende des Häuserl-Kampfes? OB Dieter Reiter (SPD) will nun doch die Standl am Wiener Platz erhalten.

„Der Charme ist einmalig. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es gelingen kann, die auch im Rahmen des Bestandsschutzes bei einer Sanierung einzuhaltenden Regeln zu beachten“, ließ Reiter Mittwoch über seine Sprecherin mitteilen. Überraschend ist das allemal!

OB Dieter Reiter.

Denn nicht zuletzt die Stadtverwaltung hatte die Pläne forciert, die Marktstandl abzureißen. Es sollte neu gebaut werden, um in Sachen Hygiene- und Brandschutz alles auf den neuesten Stand zu bringen.
Zwischenzeitlich hatten 8000 Münchner gegen den Abriss demonstriert. Auch im Landtag waren die kleinen Häuserl ein Thema. Der Landesdenkmalrat wollte sie erhalten.

Eigens wegen der Proteste hatte es ein Konsensverfahren gegeben – mit Anwohnern, Geschäftsleuten, Kunden und Vertretern der städtischen Markthallen. Das Ergebnis war eindeutig: Die Standl müssen weg. Einzige Ausnahme sollte der denkmalgeschützte Eckstand Nummer 4 mit dem Giebeldach sein.

Der Plan: Die neuen Standl sollten dem Material nach ähnlich sein wie die bestehenden. Und die Händler hätten sie individuell gestalten können: eine Uniformität sollte verhindert werden.

Und nun Reiters Rolle rückwärts? Der OB war Mittwoch mit Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle und Hallen-Werkleiter Boris Schwartz in Haidhausen unterwegs. Ergebnis: „Wir werden alles tun, damit die alten Stände als prägender Teil Alt-Münchens bewahrt werden.“

Beim Kooperationspartner im Rathaus sorgte die Meldung Mittwoch für Kopfschütteln. Schließlich kämpfe die CSU nach eigenem Bekunden seit Monaten für den Erhalt der Standl, „Der öffentliche Druck der CSU hat zu einem Umdenken geführt. Das Einschwenken auf unsere Linie freut uns“, sagt Fraktionsvize Manuel Pretzl. Gleichzeitig warnt er, denn bei einer Bestandssanierung seien Fragen offen. Etwa: Ob tatsächlich alle Häuserl erhalten werden können. „Wir sind gespannt auf die Antworten aus der Verwaltung.“

S. Karowski

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