Bürger dürfen mitreden

Umbaupläne: Weniger Spuren neben der Ludwigsbrücke

Die Pläne im Detail.

München - Der Abschnitt zwischen Ludwigsbrücke und Gasteig soll attraktiver werden. Autofahrer hätten das Nachsehen. Die Stadt stellt ihre Pläne zur Debatte mit den Bürgern.

Müller’sches Volksbad, Muffathalle und das Kino „Museum Lichtspiele“: Zwischen den drei markanten Bauten rechts der Ludwigbrücke ist auf der Rosenheimer Straße einiges los. Im Abschnitt zwischen Brücke und Gasteig fahren jeden Tag tausende Menschen mit dem Auto zur Arbeit oder zum Einkaufen in die Innenstadt. Radler schießen zugleich den Gasteig-Hügel hinab und wechseln auf Höhe des Volksbads gern mal unerlaubt die Straßenseite. Eine Querungsmöglichkeit gibt es an der Stelle nicht. Auch viele Fußgänger, die an der Ludwigsbrücke aus der Tram steigen, suchen verzweifelt nach einem Übergang auf die andere Seite.

In den unsteten Verkehr könnte ein wenig Ordnung kommen. Denn der Platz, wo die Lilien- und die Zeppelinstraße auf die Rosenheimer Straße treffen, soll in Zukunft „mehr Aufenthaltsqualität“ für die Münchner und mehr Platz zum Verweilen bieten. So lautete schon im Jahr 2013 der Auftrag des Stadtrats. Auch der Verkehr soll ein wenig anders geregelt werden. Und die Bürger sollen dabei mitreden.

Florian Hochstätter, der Leiter des Sachgebiets Gestaltung im Öffentlichen Raum, brachte die Bürger am Mittwoch bei einer Veranstaltung auf den neusten Stand der „Vorplanungen“, die das Baureferat dem Stadtrat empfehlen will: Radler und Fußgänger sollen auf Höhe des Müller’schen Volksbads eine neue Spur bekommen, damit sie die Rosenheimer Straße an der Stelle sicher queren können. Lokalpolitiker begrüßen die Idee. Auch viele Bewohner sind erleichtert.

Der Platz vor den „Museum Lichtspielen“ soll zudem etwas vergrößert werden. Denkbar seien Bäume, Sitzbänke und eine Erweiterung der Gastronomie im Freien. Manche Anwohner bei der Veranstaltung am Mittwoch waren jedoch skeptisch, ob sich die Stelle mit den vielen Autos drumherum zum Sitzen eigne. Die Stadt hält dagegen: Es habe bei einem ersten Treffen zur Bürgerbeteiligung genau jenen Wunsch gegeben, der nun aufgegriffen wurde.

Was viele Anwohner freut: Um die verlängerte „Nase“ des Kinovorplatzes herum soll weiterhin ein Wendemöglichkeit für Autos von der Lilien- in die Zeppelinstraße möglich sein. Vor allem bei der Parkplatzsuche helfe das enorm, sagen sie.

Allerdings wird’s für Autofahrer in der Zeppelinstraße deutlich enger. Denn dort soll ein neuer Doppelradweg entstehen – anstelle des bisher kombinieten Rad- und Fußwegs. Der Fußgängerweg an der Zeppelinstraße soll zudem deutlich breiter ausfallen als bisher. Im Gegenzug würde die Autospur von derzeit etwa 4,80 Meter auf ungefähr 3,50 Meter reduziert. Einige Anwohner fürchten jetzt schon die Staus, wenn etwa das Müllauto die Schmalstelle blockiere oder stehende Lieferwagen sich nicht überholen ließen.

Deutlich verengt werden soll den Entwürfen zufolge auch der vordere Teil der Lilienstraße: Die Einmündung zur Rosenheimer könnte künftig nur noch zwei- statt bisher vierspurig verlaufen. Fußgänger bekämen dadurch deutlich mehr mehr Platz. Es würden breitere „Aufstellbereiche“ an beiden Seiten geschaffen, wo die Passanten zwischen dem Obststandl und Outlet-Laden an der Ecke an der Ampel warten.

Anne Hund

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