Diskussion über künftige Anbindung

Aubinger haben Angst vor dem Verkehr nach Freiham

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Viele Detailfragen sind noch offen, aber im Münchner Westen entsteht wahrlich Großes: Etwa 20.000 Menschen sollen einmal in Freiham leben, dazu entstehen dort rund 7500 Arbeitsplätze.

München - Bei einem Bürgerworkshop haben Anwohner über die künftige Anbindung von Freiham an Aubing diskutiert. Die Stimmung im Münchner Westen ist bei dem Thema gereizt.

Die Debatten im Bayerischen Schnitzel- und Hendlhaus in Aubing sind am Mittwochabend hitzig. Mehr als hundert Anwohner sind zu dem Bürgerworkshop der Stadt zur künftigen Anbindung des neuen Stadtteils Freiham an Aubing gekommen. Im Mittelpunkt des Abends steht eine geplante Bahnunterführung am Germeringer Weg, die zur Schnittstelle zwischen den beiden Stadtteilen werden soll.

Wie sollen Freiham und Aubing verbunden werden?

Absicht des Bauvorhabens ist, die beiden Viertel besser als jetzt miteinander zu verbinden. Westlich von Freiham soll dafür eine neue Straße, die derzeit den Arbeitstitel „Aubinger Allee“ trägt, bis zur Bahntrasse verlaufen. Nördlich könnte die Unterführung an die Georg-Böhmer-Straße, den Gemeringer Weg und die Eichenauer Straße anschließen. Die verschiedenen Varianten sollten im Bürgerworkshop diskutiert werden. Laut einem Vortrag von Steffen Kercher und Volker Rasp vom Planungsreferat soll ein Fußgänger- und Radfahrerweg durch die Unterführung führen. Außerdem sollen ein barrierefreier Zugang zum S-Bahnhof Aubing von Westen sowie eine Bushaltestelle eingerichtet werden.

Droht im Ortskern eine Überlastung?

Eine entscheidende Frage ist die künftige Verkehrsanbindung nach Aubing oberhalb von Freiham Nord. Viele Aubinger fürchten ein Verkehrschaos am Bahnübergang Germeringer Weg und in ihrem Ortskern.

Die Mehrzahl der Anwohner begrüßt grundsätzlich die Anbindung der beider Bezirke. Für Diskussionsstoff sorgt aber die genaue Verkehrsplanung. In Zukunft soll Freiham Nord mit dem Auto über die Wiesentfelser Straße und die Bodenseestraße erreichbar sein. Westlich wird Freiham an die Autobahn A99 angeschlossen. Die meisten Anwohner befürchten dadurch eine drohende Verkehrsüberlastung im Ortskern. Denn neben den 20 000 Menschen, die einmal im Freiham leben sollen, könnte die Verbindungsstraße auch Schleichverkehr aus der dann angebundenen und ständig überfüllten Autobahn A99 anlocken. Die Verkehrssituation im Ortskern sei bereits jetzt kritisch, meinen viele der Anwohner. Etliche Bürger warnten außerdem vor einer möglichen Staufalle an der Bahnunterführung.

Harte Kritik am Planungsreferat

Die Stimmung im Saal war erstaunlich gereizt. Einige Gäste kritisierten die Arbeit des Stadtplanungsreferates hart: „Für mich ist das Ganze konzeptionslos“, sagte ein Anwohner im Plenum und bekam lauten Applaus dafür. Die Projektleiter versuchten die Bedenken zu entkräften. Man wolle die Verbindung nicht an den Bürgern vorbei planen und lege deshalb auf ihre Anregungen wert, betonten sie. Gerade darum würde man ja solche Bürgerworkshops auch durchführen.

Hilft eine zusätzliche Umgehungsstraße?

Schließlich wurde aus der Bürgerschaft der Vorschlag laut, über eine zusätzliche Umgehungsstraße den Verkehr westlich von Aubing weiterzuleiten. Wo diese im Norden auslaufen sollte, ohne den Ortskern zu belasten, blieb jedoch unklar. Eine Teilnehmerin äußerte die Idee, die „Aubinger Allee“ nur für Fußgänger und Fahrradfahrer freizugeben und an der S-Bahnstation einen Park-and-Ride-Parkplatz einzurichten. Dieser Vorschlag sorgte im Plenum jedoch eher für Erheiterung.

Die Anregungen der Bürger sollen nun in die kommende Machbarkeitsstudie für das Bauvorhaben eingehen, erklärte Steffen Kercher. Nach weiteren Diskussionsveranstaltungen werden voraussichtlich Ende 2017 die endgültigen Ergebnisse dem Stadtrat zur Entscheidung unterbreitet.

Sophie Krause

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