Stadtwerke testen im Westen

"Geruchsbelästigungen" in Freiham? Das steckt dahinter

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Die Bohrstelle in Freiham: Hier könnte ein übler Geruch entstehen.

München - In Freiham kann es laut den Stadtwerken München demnächst zu "kurzzeitigen Geruchsbelästigungen" kommen. Doch die Anwohner müssen nicht besorgt sein.

Die Fernwärmebohrungen in Freiham gehen in eine neue Phase. Im vorigen Jahr hatten die Stadtwerke (SWM) die Förderbohrung für das geplante Geothermie-Heizwerk gestartet und im Dezember abgeschlossen. In 2500 Metern Tiefe befindet sich unter dem neuen Stadtteil heißes Wasser, das südlich des S-Bahnhofes an die Oberfläche gefördert werden soll. Mit dem 90 Grad heißen Wasser soll das Viertel mit seinen erwarteten 20.000 Einwohnern umweltfreundlich beheizt werden.

Damit die Freihamer Thermalquellen nicht versiegen, wird das verbrauchte Heizwasser an einer anderen Stelle künftig wieder in die Erde zurückgepumpt. Dafür begannen jetzt die Bohrungen rund drei Kilometer weiter nördlich. Auch diese Bohrung hat mittlerweile die Solltiefe von 2500 Metern erreicht. Nun wollen die Stadtwerke den Pumpvorgang testen.

Dabei wollen sie herausfinden, ob die erschlossenen Thermalwasservorkommen unter Freiham die gewünschte Qualität und Menge aufweisen. „Dabei kann es zum Austritt von Wasserdampf am Bohrplatz kommen, möglicherweise auch zu kurzzeitigen Geruchsbelästigungen“, warnen die SWM. Thermalwasser kann Schwefel enthalten und nach faulen Eiern stinken. „Dieser natürliche Geruch des Thermalwassers kann zwar auffällig sein, stellt aber keinerlei Gesundheitsbeeinträchtigung dar“, so die Stadtwerke. Die Bohrfirma werde versuchen, die Auswirkungen auf die Nachbarn möglichst gering zu halten. München soll bis 2040 die erste deutsche Großstadt sein, die ihre Fernwärme zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewinnt. Ein wesentlicher Bestandteil soll die Geothermie sein.

Aus diesem Grund sind derzeit in großen Teilen des Stadtgebiets Messtrupps im Auftrag der Stadtwerke unterwegs, die nach unterirdischen Thermalwasservorkommen suchen. Das sind große weiße Lastwagen, die Schockwellen in den Untergrund schicken. Das Ganze wird dann an der Oberfläche ausgewertet.

Darum liegen auch in weiten Teilen des Stadtgebietes Kabel herum. Die SWM betreiben bereits Geothermiekraftwerke in Riem und Sauerlach, ein weiteres ist an der Schäftlarnstraße neben dem Heizkraftwerk Süd geplant.

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Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

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