Riesen-Baustelle in Langwied

Paulaners neue Bierwelt: Grundstein gelegt

+
Bavaria Luise Kinseher (l.), Brauereichef Andreas Steinfatt und Alexandra Schörghuber bei der Grundsteinlegung.

München - Bombastische Betonteile ragen in den weiß-blauen Himmel. Darunter sehen die Arbeiter wie Ameisen aus. Auf der derzeit größter Baustelle der Stadt am Langwieder Autobahnkreuz entsteht Paulaners neue Bierwelt.

So soll das neue Gebäude mal aussehen.

Münchens supermoderne Brauerei mit bis zu 28 Meter hohen Gebäuden: Bei der Grundsteinlegung am Dienstag mit Paulaner/ Hacker Pschorr-Chef Andreas Steinfatt, der Nockherberg-Bavaria Luise Kinseher und Alexandra Schörghuber gab es erste Details. „Die fast doppelt so große Fläche wie am bisherigen Gelände am Nockherberg erlaubt uns, alles zentraler zu bündeln“, sagt der erste Braumeister Christian Dahncke. „Wir werden ein Viertel mehr Bier produzieren und damit wettbewerbsfähig bleiben.“

Das sind die Eckdaten der neuen Bierwelt

Abfüllhalle mit Sixpack-Abteilung: 3,5 Millionen Hektoliter werden künftig gebraut – mit der Option auf eine Erweiterung auf bis zu fünf Millionen. Auf 15 000 Quadratmetern laufen sechs Abfüllungen vom Band, unter anderem eine für Dosen, eine für Bügelflaschen und – neu – eine Umpacklinie für Sixpacks und kleinere Kästen. „Damit sind wir für den internationalen Markt flexibler“, sagt Dahncke.

So soll das neue 15 Hektar-Gelände aussehen. Oben nahe der A8 entstehen die riesigen Abfüll- und Logistikhallen.

Fahr-Roboter: In einem abgesperrten Korridor pendeln 15 bis 25 lasergesteuerte, führerlose Fahrsysteme zwischen den Abfüll- und Logistikhallen hin und her. Dahncke: „Sie transportieren Leer- und Vollgut und stellen Etiketten dort ab, wo sie benötigt werden. Das ist auch sicherer als mit normalen Staplern.“

Hochspannungstunnel: Damit eine zuvor direkt über das Gelände führende 380 kV-Starkstromleitung nicht stört, wurde ein begehbarer 400 Meter-Tunnel gebaut.

Münchens größter Kühlschrank: Im Gär- und Lagerkeller werden 62 Tanks gekühlt. Um die dabei entstehende Feuchtigkeit wieder rauszubekommen, gibt’s eine große Trockenanlage auf dem Dach. Mitarbeiter kommen nur über eine Schleuse rein.

Filtration: Bislang fallen bei der Filtration 250 Tonnen Kieselerde pro Jahr an, die entsorgt werden müssen. Künftig filtert eine Membrantechnik das Bier.

Größer, moderner, effizienter. Der Paulaner- und Hacker-Bierfreund aber soll von der neuen Brauerei nichts merken. Dafür sorgen unter anderem die fünf bis zu 190 Meter tiefen Brunnen, die wie zuvor 10000 Jahre altes Brauwasser aus dem Tertiär hinaufbefördern. Braumeister Christian Dahncke sagt: „Wir haben unseren Job gut gemacht, wenn der Kunde den Unterschied am Ende nicht merkt.“ Im Herbst 2015 sollen das erste Bier von hier fließen. Dann werden in Spitzenzeiten 230 Laster pro Tag raus- und reinfahren.

Nur die Verwaltung bleibt am Nockherberg

So soll die Paulaner-Zentrale am Fuße des Nockherbergs aussehen.

Abrissbagger machen alles platt. Bald ist die 200 Jahre alte Traditions-Brauerei am Nockherberg Geschichte. Nur der Vertrieb und die Verwaltung mit etwa 300 Mitarbeitern bleiben in der Au. Vom klassizistischen Zacherlbräu-Bau soll nur die Außenmauer erhalten bleiben, die neue Zentrale wird drangebaut. Kritiker fordern stattdessen eine Rekonstruktion des Altbaus.
Auf dem Gelände entsteht ein völlig neues Wohnviertel für mehrere hundert Millionen Euro mit Bürgerbeteiligung: Im neun Hektar großen Paulaner-Viertel in der Ohlmüllerstraße, der Welfen- und der Regerstraße baut die Bayerische Hausbau bis zu 1400 neue Wohnungen für rund 3000 Münchner.

Die Anwohner können aufatmen: Hier sollen keine Luxusbauten und auch keine Hochhäuser entstehen. 30 Prozent der Wohnungen sind als Sozialwohnungen geplant. Die meisten Apartments entstehen oben auf dem Berg im Bereich der Regerstraße. Die Fassaden dort sollen sich kleinteilig unterscheiden. Außerdem ist ein kleiner Park geplant.

Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen.

Paulaners neue Bierwelt: Bilder von der Grundsteinlegung

Paulaners neue Bierwelt: Bilder von der Grundsteinlegung

Nina Bautz

Nina Bautz

E-Mail:nina.bautz@tz.de

auch interessant

Meistgelesen

So will der Schläger von Dominik Brunner früher aus dem Knast
So will der Schläger von Dominik Brunner früher aus dem Knast
Wegen erbarmungsloser S-Bahn-Kontrolle: Er verbrennt Isar-Card 
Wegen erbarmungsloser S-Bahn-Kontrolle: Er verbrennt Isar-Card 
Burschen knacken 28-Tonnen-Baumaschine - Spritztour in der Au
Burschen knacken 28-Tonnen-Baumaschine - Spritztour in der Au

Kommentare