Verkehr, Internet, Klima

Viertel der Zukunft: Modell-Projekt im Westen

München - Wie sehen europäische Städte in 30 Jahren aus? Darauf will das EU-Projekt „Smarter Together“ eine Antwort finden – und die Stadt München soll dabei helfen.

Wie sehen europäische Städte in 30 Jahren aus? Darauf will das EU-Projekt „Smarter Together“ eine Antwort finden – und die Stadt München soll dabei helfen.

Konkret geht es um das Sanierungsgebiet Neuaubing-Westkreuz und das Neubaugebiet Freiham, die zusammen als „Musterquartier“ dienen sollen. „Andere Städte sollen von uns lernen“, sagt der zweite Bürgermeister und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU). Im sogenannten Stadtteillabor im Paul-Ottmann-Zentrum können die Bürger ab Donnerstag ihre Ideen für ein Quartier der Zukunft einbringen.

Sieht in Freiham und Westkreuz ein Vorbild für andere Viertel weltweit: Bürgermeister Josef Schmid (CSU).

Schmid spricht von einem „mustergültigen Prozess“, Stadtdirektor Stephan Reiß-Schmidt vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung von der „digitalen Transformation der Stadtgesellschaft“. Große Worte, große Versprechen. Die Frage, die hinter all dem steckt: Wie können sich die Lebensbedingungen der Menschen in Zeiten des digitalen Fortschritts verbessern? Eine erste konkrete Idee, die beim Projekt erprobt werden soll, sind sogenannte Lichtmasten. Diese Säulen könnten später einmal im Viertel stehen und Daten sammeln, die dann wiederum den Bürgern zugute kommen.

Das können Informationen zum Wetter sein, zu freien Parkplätzen, zur Verkehrs­lage. Die Bürger könnten sie über Apps auf dem Smartphone abrufen. Die Internetverbindung über WLAN liefert die Säule praktischerweise gleich dazu.

Acht Mobilitätsstationen

Weitere Veränderungen, die im Viertel sichtbar werden: Mobilitätsstationen. Acht davon sollen bis 2018 im Modellquartier entstehen. Denkbar sind Stationen für Carsharing-Fahrzeuge, Lastenfahrräder, E-Dreiräder oder Ladesäulen für Elektro-Autos. Was sie in ihrem Viertel wirklich brauchen, sollen die Bürger in verschiedenen Workshops erarbeiten.

München hat den Zuschlag für das EU-Förderprogramm „Smarter Together“ zusammen mit den Partnerstädten Lyon und Wien erhalten – Städte mit vergleichbarer Größe und Dynamik. Insgesamt fließen 24,7 Millionen Euro Fördergeld an das Dreier-Konsortium, 6,85 Millionen Euro davon gehen direkt nach München.

Das Ziel: Durch die neuen Ideen den Energieverbrauch in den ausgewählten Wohngebieten um 50 Prozent senken und über E-Mobilität mehr als 95 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Priorität hat beim Projekt auch die Sanierung von Bestands-Gebäuden, um so „Niedrigenergie-Quartiere“ zu schaffen. Geplant ist, Hauseigentümer mit ganzheitlichen Sanierungskonzepten zu unterstützen. Ein Teil der Kosten für die Umsetzung kommt aus der EU-Förderung.

Wer nun neugierig geworden ist auf das Quartier der Zukunft, ist herzlich eingeladen zur Auftaktveranstaltung: Bürgermeister Josef Schmid begrüßt die Bürger am morgigen Donnerstag, 2. Juni, ab 18 Uhr im Paul-Ottmann-Zentrum in der Radolfzellerstraße 5a am Westkreuz.

Janina Ventker

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