Notfallplan

Aufruf zu Hamsterkäufen: Haben Sie schon was gebunkert?

München - Das Regierung rät, in Sachen Lebensmittel einen Vorrat von 14 Tagen anzulegen. Doch was halten die Münchner von dem Notfallplan?

Panikmache oder vernünftige Vorsorge? Derzeit streitet sich die Politik um das Zivilschutz-Konzept der Koalition. Am Mittwoch will die Bundesregierung offenbar die Bevölkerung wieder zum Anlegen von Vorräten für den Krisenfall animieren – so genannte Hamsterkäufe. Das sieht wohl das neue Zivilschutzkonzept aus dem Bundesinnenministerium vor. Wir haben uns in München umgehört, was die Bürger von dem Notfallplan halten. Und einen Privatbunker haben wir auch gefunden!

Er steht im Garten einer Familie aus dem Landkreis. Allerdings schon länger. Der Vater von Jörg A. hat ihn errichtet – zu Zeiten des Kalten Krieges habe er vorsorgen wollen, erzählt der Sohn. Jörg A. und seine Frau nutzen ihn derzeit als Lagerraum. „Sollten aber von der Regierung nun solche Ratschläge kommen, würde ich mir schon überlegen, dort vielleicht Vorräte zu bunkern“, sagt Jörg A.

Gerade in den USA gibt es seit vielen Jahren schon Menschen, die sich auf eine Katastrophe vorbereiten. Das nennt sich „Preppern“ – was von to be prepared kommt, also: vorbereitet sein.

Im Münchner Rathaus bereitet man sich auf Katastrophen vor

Und auch im Münchner Rathaus bereitet man sich auf eventuelle Katastrophen vor. Zumindest theoretisch. Ein entsprechendes Konzept existiert seit Jahren und wird stetig neuen Lagen angepasst: Terror etwa, aber auch der Ausfall von Infrastruktur, Strom. Beim Referat für Gesundheit existiert zum Beispiel ein Pandemie-Plan. Aber auch die Frage, „was tun wir, wenn etwa ein Großteil der Bevölkerung aus Angst länger nicht zur Arbeit geht“, sei ein Szenario, für das man einen Notfallplan entwickle, verrät ein Insider.

"Ein Notfallplan kann nicht schaden", sagt Patrick Weeh.

„So ein Plan kann ja nicht schaden“, sagt Patrick Weeh (33), den die tz am Montag beim Einkaufen getroffen hat. Auf die Frage, ob er den Hamsterkauf-Hinweis der Regierung ernst nehme, sagt er: „Es ist nicht verkehrt, so etwas zu haben. Allerdings werde ich jetzt nicht anfangen, mich zu fürchten. Im Moment fühle ich mich sicher.“

S. Karowski, L. Mattuschat

Rubriklistenbild: © Götzfried

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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