Tiere werden in Pasing getötet

Bahn gibt Tauben zum Abschuss frei

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Kein Pardon: Die Bahn will die Tiere töten

München - Die Werkstatt München-Pasing: Hier repariert die Bahn die Züge für den viertgrößten Bahnhof Bayerns. Doch nicht nur das: Ab Montag werden dort Tauben erschossen!

Die Werkstatt München-Pasing: Hier repariert die Bahn die Züge für den viertgrößten Bahnhof Bayerns. 100.000 Fahrgäste nutzen ihn täglich. Wenn sie am Montag morgen in den Zug einsteigen, werden hunderte Tiere bereits tot sein. Denn auf ihrem Werksstattgelände gibt die Bahn verwilderte Haustauben zum Abschuss frei!

Das Werkstatt-Gelände der Bahn in Pasing: Hier werden die Tauben erschossen 

In einem Schreiben der Regio Oberbayern vom 10. Oktober, das der tz vorliegt, heißt es: „Zum Schutz vor Krankheiten und Infektionsgefahren durch Taubenkot wurde beim Veterinäramt und der Landeshauptstadt München die Genehmigung zum Abschuss von verwilderten Haustauben beantragt.“ Mittlerweile habe die Bahn „die Bewilligung hierzu erhalten“. Am Montag zwischen fünf und sieben Uhr in der Früh wird eine von der Bahn beauftragte Falknerei in der Pasinger Werkstatthalle mit Schrotgewehren auf die Tauben schießen – um sie zu töten! Bis Ende Februar folgen weitere Abschüsse. Denn neben den gesundheitlichen Schäden für Mitarbeiter sorgt sich die Bahn darum, dass der Taubenkot die Elektronik der Geräte ruiniert.

Judith Brettmeister vom Tierschutzverein kann das nicht verstehen: „Am Hauptbahnhof betreibt die Bahn einen Taubenschlag. Es ist verwunderlich, dass sie anderswo zu solch brachialen Methoden greift. Das ist alles andere als tierschutzgerecht. Erschreckend, dass die Stadt das genehmigt.“

Hintergrund: München ist eine von vielen Städten, die per Beschluss das „Konzept zur tierschutzgerechten Regulierung der Tauben-Population“ eingeführt haben. Es untersagt die Massentötung der Tauben aus tierschutzrechtlichen Gründen – aber auch weil sie erwiesenermaßen nichts bringt. Denn: Es nisten sich sofort neue Tiere ein. Brettmeister: „Eine freie Nische wird schnell wieder geschlossen.“

Unternehmen müssen sich im Gegensatz zur Stadt aber nicht an das Konzept halten und dürfen die Tauben erschießen. Die Bahn sagt: „Es ist nicht schön, aber notwendig. Wir haben versucht, die Eier zu entfernen und Netze zu spannen. Aber die Halle ist zu groß und die Tiere weit verstreut.“

A. Thieme

Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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