Alle Bahn-News im Live-Ticker

GDL-Streik: Gericht schlägt Vergleich vor

München - Die GDL streikt wieder - seit 2 Uhr nachts stehen die Züge still. Fahrgäste müssen erneut Wartezeiten und Ausfälle bei der S-Bahn sowie im Regional- und Fernverkehr in Kauf nehmen. Alle Streik-News gibt's im Live-Ticker:

Update: Tag zwei des Streik-Marathons der GDL bei der Deutschen Bahn hat begonnen. Auch am Freitag müssen Pendler wieder mit massiven Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Alle News und Infos gibt es in unserem aktuellen Bahn-Streik-Live-Ticker vom Freitag.

Bahn-Streik: Die Ereignisse vom Donnerstag zum Nachlesen

Bahn-Streik: Leere Bahnsteige und volle U-Bahnen

+++ Das Arbeitsgericht Frankfurt hat vorgeschlagen, den Lokführerstreik bei der Bahn mit einem Vergleich beizulegen. Inhalte des Vorschlags nannte die Richterin Ursula Schmidt am Donnerstag bei der Verhandlung zunächst nicht. Die Streitparteien sagten zu, den Vorschlag zu prüfen, sobald er vorliegt.

+++ Das Fußballspiel zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt am Samstag findet statt. Es droht jedoch ein Verkehrschaos rund um die Arena in Frankfurt zu entstehen. Zuschauer sollen deshalb wenn möglich Fahrgemeinschaften bilden.

+++ Sollte der Bahn-Streik fortgeführt werden, könnten erhebliche Belastungen auf die Wirtschaft zukommen. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln befürchtet, dass der Schaden "schnell von einstelligen Millionenbeträgen auf über 100 Millionen Euro pro Tag ansteigen" kann.

Verhandlung hat begonnen

+++ Die Verhandlung über den Bahn-Streik am Arbeitsgericht Frankfurt hat begonnen. GdL-Vorsitzender Claus Weselsky zeigte sich zuversichtlich, dass der Antrag der Bahn, die mit einer einstweiligen Verfügung den Streik stoppen will, abgelehnt wird. Weselsky wurde bei der Verhandlung mit Applaus empfangen.

+++ Der Ersatzfahrplan für den Fernverkehr am Sonntag ist früher als geplant verfügbar. Reisende können sich schon freitags ab acht Uhr über die Verbindungen informieren.

+++ Es macht sich auf den Straßen bemerkbar, dass viele Pendler aus München und Umgebung wegen des Bahn-Streiks auf das Auto ausgewichen sind. Der Verkehr stockt auf der A9 München Richtung Nürnberg zwischen Schwabing und Kreuz München-Nord auf einer Strecke von vier Kilometern. Nur zäh voran geht es außerdem auf dem Mittleren Ring zwischen Brudermühlbrücke und Passauerstraße, zwischen Georg-Brauchle-Ring und Petueltunnel, zwischen Leopoldstraße und Dietlindenstraße, zwischen Leuchtenbergring-Tunnel und Ifflandstraße, zwischen Schwabing und Georg-Brauchle-Ring sowie zwischen Georg-Brauchle-Ring und Trappentreutunnel.

+++ Bisher hat sich der Bahn-Streik laut dem ADAC noch nicht negativ auf den Spritpreis ausgewirkt. Am Donnerstag habe es sogar einen leichten Preisrückgang gegeben, teilte der Automobilclub in München mit.

+++ Zum Schmunzeln: Das Alternativprogramm für gefrustete Bahnkunden.

+++ Jetzt entscheidet es sich bald, ob die Bayern sich morgen wieder auf einen Bahn-Streik einstellen müssen. Um 16.30 Uhr findet am Frankfurter Arbeitsgericht die mündliche Verhandlung statt, in der sich entscheidet, ob die Bahn den Streit vor Gericht stoppen kann.

+++ Der Bahn-Streik zeigt sich auch auf Münchens Straßen: Am Mittleren Ring stockt der Verkehr sowohl zwischen Effnertunnel und Ifflandstraße als auch zwischen Lerchenauer Straße und Georg-Brauchle-Ring.

+++ Die Bayerische Oberlandbahn setzt am Wochenende wegen des Bahn-Streiks zusätzliche Meridian-Züge ein. Verstärkt werden soll die Strecke München-Rosenheim-Salzburg.

+++In der Live-Auskunft der Bahn kann man sich jetzt über den Ersatzfahrplan im Fernverkehr bis einschließlich Samstag und im Regionalverkehr bis einschließlich Freitag informieren.

DFL: Spielabsage wegen Bahn-Streik steht nicht zur Debatte

+++ Die deutsche Fußball Liga (DFL) hat Forderungen nach einer Absage des Spiels zwischen dem FC Bayern München  und Eintracht Frankfurt wegen des Bahn-Streiks zurückgewiesen. Sie teilte mit, dass ein Absage "nicht zur Debatte" stehe.

+++ Um die Versorgung mit Benzin und Diesel sicher zu stellen hat die Mineralölindustrie verschiedene Maßnahmen ergriffen. "Dazu zählt die verstärkte Nutzung von Straßentransporten und von Privatbahnen", sagt ein Sprecher des Mineralölwirtschaftverbandes.

+++ Die Reaktionen von Münchner Pendlern und Reisenden auf den Bahn-Streik haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

+++ Der Ersatzfahrplan für den Bahn-Streik läuft stabil, meldet die Bahn. Es sollen ein Drittel der Züge im Fernverkehr und 35 Prozent der Züge im Regionalverkehr fahren. 

+++ Sixt macht sich in einer Werbekampagne über den Bahn-Streik lustig. Die Firma wirbt mit GDL-Chef Weselsky als ihrem "Mitarbeiter des Monats."

+++ Der MVV hat den Ersatzfahrplan für den Streik in seine Fahrplanauskunft eingepflegt. Wer sich also online über seine Verbindung informiert und seine Strecke ausrechnen lässt, bekommt bis Montag statt des regulären Fahrplanes alle aktuell verfügbaren Möglichkeiten aufgezeigt. Lediglich S-Bahnen, die kurzfristig zusätzlich zum Einsatz kommen, sind darin nicht erfasst.

+++ Auf den Straßen war heute - unter anderem bedingt durch den Bahn-Streik -  besonders viel los. Im Landkreis Fürstenfeldbruck hat es zwei Unfälle - inklusive Megastaus gegeben.

+++ Das große Chaos an Münchens Bahnhöfen bleibt bis jetzt noch aus. Die Fahrgäste hatten sich auf den Lokführer-Streik eingestellt und sind ruhig geblieben, wie in unserem Video (s.o.) zu sehen ist.

Bahn-Streik führt zu Stau - auch noch Probleme bei der BOB

+++ Besonders auf die Straßen wirkt sich der Bahn-Streik bislang stark aus. Auf der A96 zwischen Oberpfaffenhofen und Sendling ist genauso Stau wie auf der B2 zwischen Fürstenfeldbruck und Puchheim. Stockender Verkehr wird auch vom Mittleren Ring in München gemeldet und auf den großen Zufahrtsstraßen zur Innenstadt. 

Einmal überfüllte Waggons, einmal freie Sitzplätze: In der S8 bot sich am Donnerstagmorgen ein unterschiedliches Bild.

+++ Die Bahn versucht, die S8 zwischen Pasing und München trotz Streiks im 20 Minuten-Takt fahren zu lassen. Da viele Pendler auf das Auto oder andere Verkehrsmittel umgestiegen sind, ist es in einigen Zügen aber überraschend leer. tz-Redakteur Uli Heichele berichtet von freien Sitzplätzen in der S8 Richtung Innenstadt ab Johanneskirchen. Von Richtung Pasing kommend fährt die S8 laut tz-Informationen ebenfalls pünktlich ab, hier ist es in den Zügen schon etwas voller. Nur im Stundentakt geht's bei den anderen Linien voran. Laut Informationen unseres Portals waren die S-Bahnen etwa bei der S6 aus dem Münchner Westen kommend in der Früh gut gefüllt.

+++ Eigentlich ist sie nicht vom Streik betroffen, trotzdem gibt es auch bei der Bayerischen Oberlandbahn Probleme, wie uns ein Leser bei Facebook berichtet. In Tegernsee müssten Reisende wegen eines Zugausfalls der BOB warten. "Was für ein gelungener Start ins Bahn-Wochenende", ärgert er sich.

Bahn-Streik: Viele Pendler steigen auf die U-Bahn um

+++ Beim S-Bahn-Kundencenter am Hauptbahnhof ist noch nicht viel Andrang. Die meisten Pendler haben sich wohl im Vorfeld schon für den Streik gerüstet. Auch am ZOB ist es bis jetzt noch ruhig.

+++ Einfach nur irgendwie durch den Streik kommen - das dürfte das Ziel vieler Bayern heute sein. Wir haben einen Überblick für Sie, wie man die Nerven behält und den Streik gut übersteht.

+++ Viele Pendler sind wegen des Streiks auf die U-Bahn umgestiegen. Die Züge der U1 und U2 sind jetzt schon überfüllt und die U-Bahnsteige voll. Auch bei den Trambahnen ist mehr los als sonst. Dagegen sind in der Hauptbahnhof-Haupthalle die Bahnsteige für die Fernzüge leer.

Stockender Verkehr war auf der A96 in Richtung München angesagt.

+++ Auch auf anderen Routen in Richtung München gibt es streikbedingt Stau. Auf der A96 kurz vor der Stadt sind die Straßen verstopft, wie unsere Mitarbeiterin Ramona Weise auf Twitter berichtet.

+++ Wer auf das Auto umgestiegen ist, hat auch nicht immer Glück: Im Landkreis Ebersberg ist die B304 in beide Richtungen zwischen Zorneding-Ost und Kirchseeon nach einem Unfall gesperrt.

Wer am frühen Donnerstagmorgen am Münchner Hbf ein Taxi braucht, bekommt problemlos eines.

+++ Für die Taxifahrer am Hauptbahnhof hat sich der Streik noch nicht in steigenden Fahrgastzahlen bemerkbar gemacht. Das ergab eine kleine Blitzumfrage unserer Kollegin vor Ort. Insgesamt ist die Situation nach wie vor relativ ruhig.
+++ Inzwischen hat auch das Reisezentrum am Münchner Hauptbahnhof seine Pforten geöffnet. Die Zahl der wartenden - und teilweise wütenden - Reisenden nimmt zu.

Bahn-Streik: In München fahren doch mehr S-Bahnen als erwartet

+++ Uns erreicht gerade die Meldung eines Bahn-Sprechers, dass zwischen 7 und 8 Uhr im Großraum München mehr S-Bahnen als ursprünglich erwartet bereit gestellt werden können.

+++ Wie unsere Kollegin Schuri am Hauptbahnhof berichtet, schenkt die Bahn in der Haupthalle an die wegen des Streiks Wartenden heißen Kaffee aus, dazu gibt es sogar Croissants. Allerdings hält sich der Andrang noch in Grenzen, viele Pendler haben den Weg zum Bahnhof wohl gar nicht erst angetreten.
+++ Die Logistikbranche rechnet angesichts des Rekord-Streiks bei der Bahn mit Engpässen bei der Kraftstoffversorgung und Produktionsausfällen in der Auto-, Stahl-, und Chemiebranche. Bei der Kraftstoffversorgung „wird es aus meiner Sicht auf jeden Fall Engpässe geben, zumal ja auch das Aufkommen im Individualverkehr erhöht sein wird“, sagte Gunnar Gburek vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik dem Sender MDR Info. Raffinerien hätten Probleme, die Tankstellen zu beliefern. Gburek rechne mit Engpässen „spätestens Sonntag oder Montag“. Besonders hart werde der Ausstand die Auto-, Stahl-, und Chemiebranche treffen. Es werde „auf jeden Fall Produktionsausfälle“ geben. Wenn die Logistikkette ins Stocken gerate, werde es bis Mitte der kommenden Woche dauern, bis sich die Abläufe wieder normalisiert hätten, betonte Gburek.

Bahn-Streik der GDL: Jeder zweite Zug in Bayern fällt aus

+++ Neuer Stand: Im Freistaat fielen in den ersten Stunden des Streiks laut Bahnangaben rund 50 Prozent der Regionalzüge aus. „Wir haben wie geplant auf Ersatzfahrpläne umgestellt“, sagte ein Bahn-Sprecher in München.

+++ Für Reisende, die zum Münchner Flughafen wollen, hat die Bahn folgende Empfehlung: "Wir bitten alle Reisenden zum Flughafen, die S8 zu nehmen. Die S-Bahn München ist bestrebt, die S8 zwischen Pasing und Flughafen im 20-Minuten-Takt zu fahren. Die Linie S1 verkehrt während der Streikdauer nur nach Freising. Ein Schienenersatzverkehr mit Bus zwischen Flughafen und Neufahrn wird eingerichtet."

+++ Eine aktuelle Meldung des Streckenagenten der Bahn von 6.22 Uhr: Derzeit kommt es bei der S-Bahn München zu streikbedingten Fahrplanänderungen. Der versprochene 60-Minuten-Takt im S-Bahn-Gesamtnetz und der 20-Minuten-Takt bei der Linie S 8 verkehren planmäßig. Für den Schüler- und Berufsverkehr können zusätzliche S-Bahnen in den Morgenstunden verkehren.

+++ Die Bahn hat mitgeteilt, dass in Süddeutschland zirka 40 Prozent des üblichen Zug-Angebots zur Verfügung stehen. Und wie sieht's mit den Münchner S-Bahnen aus? Seit 2 Uhr wird auf allen Linien mindestens ein 60-Minuten-Takt angeboten, teilt die Bahn auf ihrer Internetseite mit. Die Linie S 8 zwischen München-Pasing und dem Flughafen München wird im 20 Minuten Takt verkehren.

Bahn-Streik: Seit 2 Uhr stehen in München die Züge still

+++ Seit 2 Uhr nachts stehen auch in München die S-Bahn, Regional- und Fernzüge still. Die Situation am Hauptbahnhof ist aktuell um 6 Uhr morgens noch relativ ruhig, berichtet unsere Kollegin Claudia Schuri. Sie hat bereits mit einigen Menschen vor Ort gesprochen - der allgemeine Tenor bei den Pendlern, die zur Arbeit müssen: Das Verständnis für den erneuten Streik hält sich, gelinde gesagt, in Grenzen.

+++ Was tun, wenn in den Streik-Tagen kein Weg zur Arbeit führt? Wir haben mit dem Vorstand des Münchner Anwaltsvereins gesprochen. Hier geht's zum tz-Interview.

+++ Die Bahn informiert aktuell auf ihrer Internetseite sowie per Service-App "München Navigator". Die kostenlose Info-Hotline der Bahn ist unter 08000 99 66 33ebenfalls wieder geschaltet.

Bahn-Streik: Gewerkschaften kritisieren GDL

+++ Unmut schlägt der GDL nicht nur von Seiten der Fahrgäste  entgegen - inzwischen distanzieren sich auch andere Gewerkschaften wie der Bayerischen Beamtenbund (BBB) oder der DGB.

GDL-Chef Claus Weselsky betreibe ein egoistisches Machtspielchen auf dem Rücken von Millionen Bahn-Kunden, kritisierte DGB-Landeschef Matthias Jena im Bayerischen Rundfunk: „Er will nicht nur für die Lokführer zuständig sein, sondern für andere Teile der Bahnbeschäftigten, wo seine Gewerkschaft eben nicht die Mehrheit hat, ...und da hat er sich verrannt.“

BBB-Chef Rolf Habermann sagte: „Ich verstehe jeden, der hier die Solidarität in Frage stellt! Und auch im Beamtenbund selbst rumort es.“ Ohne Weselsky beim Namen zu nennen, sagte er: „Hier schießen Einzelne übers Ziel hinaus“ - „und zwar aus allen Lagern“.

+++ Sie finden viele der Ersatzfahrpläne spezifisch für Ihre S-Bahn auch auf unseren Lokalseiten, z.B. die S1 bei Freising, die S2 bei Dachau usw.

+++ Jetzt hat die Bahn die Ersatzpläne veröffentlicht. Hier wird minutengenau aufgeschlüsselt, welche Züge morgen fahren werden.

+++ Mit dem Streik bei der Bahn schlägt wieder die Stunde der Fernbusse, Mietwagenfirmen und Mitfahrzentralen. Der Ausstand beschert ihnen Rekordanfragen. „Das wird eine große Bewährungsprobe für uns. Wir können beweisen, dass wir eine ernstzunehmende Alternative im Fernverkehr sind“, sagte die Sprecherin des Fernbus-Anbieters Flixbus, Bettina Engert. Sie rechnet mit einem Umsatzanstieg von mindestens 30 Prozent.

Seehofer: "Streik der GDL dauert zu lange"

+++ Ministerpräsident Horst Seehofer findet den Bahn-Streik an sich legitim, sagt er im Gespräch mit unserer Onlineredaktion (siehe Video ganz unten). Er stört sich aber an der Dauer. Sein Appell gilt der GDL und den Fahrgästen gleichermaßen.

+++ Pendler, die beim Bahn-Streik befürchten, auf der Strecke zu bleiben, organisieren sich: Bei Twitter gibt es jetzt sogar einen eigenen Hashtag für Mitfahrgelegenheiten. #Twitfahrgelegenheiten heißt er.

+++ Der Streik scheint nicht mehr abwendbar: GDL-Chef Claus Weselsky hat ein von der Deutschen Bahn vorgeschlagenes Schlichtungsverfahren ausgeschlagen.

+++ Viele Bayern wissen nicht, wie Sie am Donnerstag zur Arbeit kommen sollen. Wir haben zusammengetragen, wie Sie prüfen können, ob ihr Zug fährt oder ausfällt.

+++ Der FC Bayern muss am Wochenende in Frankfurt ran. Trotz Streiks sieht der Verein keine Probleme für seine Fans, zum Auswärtsspiel zu reisen.

+++ Diese Karikatur haben wir von unserem User Wolfgang Baumann zum Bahn-Streik bekommen. Der Titel: Neu im Spielwarenhandel.

Bahn-Streik: Leere Bahnsteige und volle U-Bahnen

Bahn-Streik: Leere Bahnsteige und volle U-Bahnen

Bahn-Streik der GDL: Das müssen Sie wissen

Die Deutsche Bahn steht auf dem Abstellgleis: Schon wieder! Der Streik der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) geht wie angekündigt in die nächste Runde - und das allem Anschein nach wesentlich umfangreicher als bisher. Nachdem sich die GDL lange nicht zu einer Stellungnahme hinreißen ließ, wann und in welchem Ausmaß sie ihren Bahn-Streik zum wiederholten Mal durchziehen will, gibt es nun Klarheit. Zum Leidwesen der Bahn-Reisenden und vieler Pendler. Von Donnerstag, 6. November, 2 Uhr morgens, bis Montag, 10. November, 4 Uhr morgens, wird der Bahn-Verkehr in Deutschland und dadurch auch in München weitestgehend lahmgelegt werden. Zumindest ist während dieser 98 Stunden mit Ausfällen im Regionalverkehr und bei der S-Bahn sowie erheblichen Verspätungen zu rechnen.

Bereits Anfang September sowie mehrmals im Oktober stürzte der Streik der Lokführer die Bahn bundesweit ins Chaos - zum Teil auch in München. Neben Nah- und Fernverkehr war beim letzten Mal auch der Güterverkehr stark betroffen. Es kam zu massiven Behinderungen auf allen Schienen. Nur jeder zweite oder dritte Zug am Hauptbahnhof fuhr überhaupt los, ebenso bewegten sich eine Vielzahl an ICE-Zügen keinen Meter mehr vorwärts. Fußball-Fans mussten sich einen anderen Weg zum Stadion suchen, die Sonderzüge der Bahn entfielen. Die DB reagierte, stellte einen Not-Ersatzplan zusammen, in dem trotz Streik die wichtigsten Verbindungen im Kern-Netz zur Verfügung standen. Auch Fahrkarten und Reservierungen wurden den Kunden in den Bahn-Reisezentren kostenlos erstattet.

Zuletzt legten GDL-Mitglieder im Rahmen des Tarifkonflikts mit der Deutschen Bahn vom 17. bis 20. Oktober ihre Arbeit nieder - ausgerechnet an einem Wochenende und ausgerechnet zu Beginn der Herbstferien in vielen Bundesländern. Kein Wunder also, dass die Bahngleise mit zahlreichen unzufriedenen Reisenden gefüllt waren.  

Tarifverhandlungen zwischen Bahn und GDL kurzfristig gescheitert

Weitere Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Bahn-Unternehmen liefen jedoch ins Leere. Die GDL fordert neben einer Lohnsteigerung, die Arbeitszeiten für die Lokführer zu verringern. Ebenso will sie erreichen, dass das gesamte Bordpersonal mitverhandeln darf. Ihre Absicht: Gegen den Willen der Deutschen Bahn in Tarifkonkurrenz zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu treten, deren Verträge die Zugbegleiter umfasst haben.

Am Montag, 3. November, wurde schließlich bekanntgegeben, dass die beiden Verhandlungspartner wieder zu keiner Einigung gefunden haben. Die Bahn machte die GDL für das Scheitern verantwortlich. Sie ließ die Verhandlungen platzen, weil sie den Vertragsentwurf, der auch ein Abkommen für Zugbegleiter beinhaltete, kurzerhand ablehnte. Die Folge: Der 98-Stunden-Streik!

Wie erleben Sie den Streik? Wie kommen Sie am Donnerstag zur Arbeit? Haben Sie Fotos für uns? Über unser Leserreporter-Formular können Sie uns Ihre persönliche Streik-Erfahrung mitteilen.

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