Einjähriger Feldversuch

Bald WLAN in zehn Bussen der MVG

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Die MVG soll ein Jahr lang WLAN in Bussen testen.

München - Die MVG macht mobil! In zehn Gelenkbussen soll die Münchner Verkehrsgesellschaft WLAN anbieten – in einem einjährigen Feldversuch.

Das hat der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats am Dienstag entschieden. MVG-Chef Herbert König ist wenig begeistert.

Zwar werde WLAN in Fahrzeugen künftig zum Standard gehören, glaubt der MVG-Chef. Doch einen Nutzen für die Fahrgäste sieht er nicht. Die blieben durchschnittlich acht bis zehn Minuten in einem Fahrzeug der MVG. Ferner sei das LTE für Handys mittlerweile so gut ausgebaut, dass ein WLAN in Bus oder Tram vermutlich langsamer sein werde. „In Stuttgart ist das getestet worden. Die Kunden haben sich hoch negativ geäußert.“ Nun müssen sich Investitionen bei der MVG rechnen, einen finanziellen Gewinn oder einen Zuwachs an Fahrgästen erbringen. Das sieht die Gesellschaft im vorliegenden Fall nicht gewährleistet. Der Test soll 30.000 Euro kosten. Das sei noch okay, meint König. Eine flächendeckende Versorgung mit WLAN in allen Fahrzeugen hätte Investitionen in Höhe von einer bis zehn Millionen Euro zur Folge – je nach Schnelligkeit des Internets – und zwar jährlich! „Das kann man von den Fahrgeldern nicht bezahlen“, sagte König. Angesichts der Zahlen frage er sich schon, wofür man einen solchen Test überhaupt brauche.

OB Dieter Reiter (SPD) stellt klar, dass der Testlauf dafür da sei, um eben herauszufinden, ob überhaupt eine Nachfrage besteht. Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU) betonte, dass es in München auch durchaus längere Strecken gebe. Und es werde immer wichtiger in der heutigen Zeit, wenn man schon während der Fahrzeit etwas mit dem Tablet erledigen könne.

Das Referat für Arbeit und Wirtschaft soll nach einem Jahr berichten, ob und wie das WLAN angenommen wird. In welchen Bussen es zum Einsatz kommt, wie darauf hingewiesen wird – das ist noch zu klären.

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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