Bier und Schweinshaxe im Hofbräuhaus und Biergarten

So gut lassen es sich die Bauma-Besucher in München gehen

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Viele Bauma-Besucher zieht es nach der Messe ins Hofbräuhaus.

München - Nach der Bauma lassen sich die Messebesucher in den bayerischen Gaststätten so richtig verwöhnen. Die tz hat mal nachgefragt, wie viel Geld die Leute da lassen.

Zur Wiesn-Zeit ein Hotelzimmer in München ergattern: schwierig und sauteuer. Ein Zimmer jetzt, während der weltgrößten Messe: schwierig und noch viel teurer! Im Vier Jahreszeiten in der Maximilianstraße kostet ein „normales“ Zimmer derzeit 700 statt 360 Euro. Nicht zur Wiesn, zur Bauma sind die Zimmerpreise so hoch wie nie! Nicht nur die Hotelbranche brummt. Innenstadt und Bahn sind voll, überall in der Stadt wuseln Anzugträger. Die Welt zu Gast in München!

Klar, dass die Gäste dann auch viel Geld ausgeben. Ein guter Ort dafür: das Hofbräuhaus.

Lustige Litauer übernachten in Regensburg

14 hungrige Litauer mit Durst: macht 230 Euro. Die Angestellten einer Straßenbaufirma übernachten in Regensburg.

Dienstagabend, halb sieben, die Musi spielt auf, alle Tische sind gesteckt voll. Laut ist’s wie auf der Wiesn. Raimondas Jacunskas (40) erklärt seinen 13 litauischen Geschäftsfreunden gerade die bayerische Gemütlichkeit. 13 große Augenpaare staunen zurück. „Für uns Litauer ist das hier ganz schön laut“, sagt Jacunskas. „Wir sind ruhiger, verschlossener...“

Die Litauer bleiben zwei Tage, ihr Hotel liegt in Regensburg – München war zu teuer und zu voll. Morgens Bustransfer zur Bauma, nachmittags BMW-Welt und Stadtbummel, abends Hofbräuhaus. Was die zwei Tagen kosten? 400 Euro pro Person, sagt Jacunskas. „Naja, eher 500.“ Er nimmt einen großen Schluck von seinem Bier. „Wir kennen uns aus mit Geld, wir bauen Straßen“, sagt er. Dann bringt die Kellnerin die Rechnung: 230 Euro – geradeaus.

Im Innenhof ist es ruhiger

68 Euro: Für Jay Lim (r.) ist ein Besuch im Hofbräuhaus Pflicht. Hotelzimmer sind ihm zu teuer. Er übernachtet bei privaten Anbietern.

Etwas ruhiger ist es sich im Innenhof, hier haben drei junge Männer aus Südkorea Platz genommen. Auf dem Tisch dreimal Helles, dreimal Schweinhaxe. Jay Lim (33) beugt sich über die Rechnung. „68 Euro? Das ist sehr teuer, oder?“, fragt er den Reporter. „In Südkorea hätte ich nicht einmal ein Drittel bezahlt …“  Der Unternehmer lädt Kunden stets ins Hofbräuhaus ein. Und danach ins Hotel? „Hotel? Nein“, lacht Lim. „Viel zu teuer.“ Die Südkoreaner haben über das Internetportal Airbnb eine Wohnung gebucht. So zahle er 160 Euro pro Nacht – und nicht 300. Insgesamt plant er für sieben Tage Aufenthalt mit 3500 Euro.

250 Euro: Louis Kim (r.) aus Südkorea kommt wegen des dunklen Biers und der Würstel. Er findet München zu teuer – das Hofbräuhaus aber ist es ihm wert.

Lims Landsmann Louis Kim (49) hält drinnen derweil der Kellnerin sein Smartphone unter die Nase. Irgendwoher hat er Fotos von Würstel und Sauerkraut – das möchte er jetzt bestellen. „Ich liebe das bayerische Essen!“, sagt Kim. Im Hofbräuhaus sei es immer so kulturell und aufregend. Kim hat einen Stand auf der Bauma, verkauft dort Baumaschinen. Die Münchner Taxipreise allerdings findet Kim unverschämt. „Alles dreimal so teuer wie zuhause“, schimpft er. Für das heutige Geschäftsessen blättert der Unternehmer rund 250 Euro hin – in den fünf Tagen Bauma wird er, so schätzt er, 1000 Euro in Wirtshäusern lassen.

US-Vegetarier wird in München zum Fleischesser

Wieder zurück im Biergarten: Jamey Shaheen fährt mit dem Finger die Speiskarte auf und ab. „Pig knuckle!“, ruft er triumphierend. Schweinshaxe. Der Amerikaner ist zum zehnten Mal auf der Bauma. Und jedes Mal gab’s Haxe und Bier im Hofbräuhaus. Shaheen verkauft Baumaschinen im Libanon, München ist für ihn ein strahlendes Vorbild für die Welt: sauber und organisiert. 

200 Euro: Der US-Unternehmer Jamey Shaheen (l.) lässt sich nicht lumpen: Bier, Suppe und Schweinshaxe für vier kosten 181 Euro – er gibt 200 Euro.

Was ihn die fünf Tage Bauma, München und Haxe kosten? 10 000 Euro, sagt Shaheen. Vielleicht mehr. „Dabei bin ich Vegetarier“, ruft Shaheen und lacht donnernd. Sein Bruder bestätigt das. Kein Fleisch, nie – nur alle drei Jahre eine Haxn zur Bauma.

Tobias Scharnagl

Tobias Scharnagl

E-Mail:Tobias.Scharnagl@tz.de

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