Gefahr für Fußgänger und Radler

Darum wird's richtig eng auf der Pilgersheimer Straße

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Melanie Kieweg an der Baustelle.

München - Auf der Pilgersheimer Straße kommen sich Fußgänger und Autofahrer derzeit gefährlich nah. Grund ist eine Baustelle, die Fragen aufwirft.

München versteht sich gern als eine Stadt der Radfahrer und Fußgänger - die Wirklichkeit ist aber oft anders. Erst vor Kurzem berichtete die tz über Radler-Schikanen bei Baustellen. In Untergiesing sorgt jetzt eine neue Baustelle für Ärger: Wegen des gesperrten Fußwegs laufen Fußgänger auf der viel befahrenen Pilgersheimer Straße. Auch die Radler quetschen sich durch.

Gerade mal elf Meter breit ist die Baustelle, die an der Pilgersheimer Straße den Verkehr ausbremst. Hier wurde ein Wohn- und Geschäftshaus abgerissen, es wird neu gebaut. Mindestens ein Jahr lang wird das dauern.

Seit Wochen ist darum nicht nur der Gehsteig an dieser Stelle komplett gesperrt, auch der Radweg ist unterbrochen. Bretterverschläge und massive Bauzäune sorgen dafür, dass garantiert niemand zu Fuß oder per Rad passieren kann. Für die Fußgänger wurde eine eigene Ampel aufgestellt. Zu allem Überfluss befindet sich hier auch noch eine Bushaltestelle der MVG.

Fußgänger missachten Ampel

Engpass an der Pilgersheimer Straße.

Doch viele Fußgänger nutzen die Ampel über die Straße nicht und quetschen sich an der Baustelle zwischen den Warnbaken und dem tosenden Verkehr durch (30.000 Autos pro Tag) - ein lebensgefährliches Unterfangen. Was niemanden wundert: Wer hat schon Lust, wegen elf Metern zwei Mal an einer Ampel zu warten, zumal der gegenüberliegende Gehsteig noch hinter einem Grünstreifen und einem Radweg liegt? Im Extremfall kommt man auf 160 Meter statt elf Meter Fußweg.

Für Radler ist die Engstelle allerdings auch nicht nur unangenehm, sondern ebenfalls lebensgefährlich.

"Diese Baustellenabsperrung ist ein Unding", schimpft die Untergiesinger Bezirksausschussvize Melanie Kieweg. "Hier ist eine gefährliche Engstelle für Fußgänger und Radler entstanden."

KVR nahm Kontakt mit Polizei und MVG auf

Wieso man nicht die Parkplätze auf der gegenüberliegenden Seite gestrichen und den Gehweg, den Radweg und die Fahrbahnen um die Baustelle herumgeschwenkt hat? KVR-Sprecherin Daniela Schlegel erklärt: "Wir hatten Polizei und MVG um Stellungnahmen gebeten, bevor wir die Baustelle abgesichert haben. Ein Verschwenken der Fahrspuren wurde abgelehnt."

Man werde die Situation aber beobachten und bei Bedarf eventuell nachbessern. Kieweg glaubt trotzdem nicht an eine Besserung. Sie sagt: "Wir haben schon wegen der Baustelle an der U-Bahn am Kolumbusplatz die Situation, dass Fußgänger unter Lebensgefahr die Humboldtstraße überqueren." Auch hier wurde bislang noch nichts unternommen.

Johannes Welte

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