20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau im Dritten

Das ändert sich künftig im TV-Programm des BR

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"Mit der Reform will der BR den sich ändernden Nutzungsgewohnheiten und Bedürfnissen der Zuschauer besser Rechnung tragen und mehr Orientierung geben", sagt der Sender aus München.

München - Der Bayerische Rundfunk verändert sich: Bald zeigt der Münchner Sender die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau und verlegt dafür "Dahoam is Dahoam" auf einen anderen Sendeplatz. Was sich außerdem im TV-Programm des BR ändert.

Mehr Berichterstattung aus Bayern, eine größere thematische Vielfalt, Ansprache neuer Zielgruppen und eine klarere Markenführung – unter dieser Zielvorgabe hat der Bayerische Rundfunk in den vergangenen Monaten sein komplettes TV-Programm auf den Prüfstand gestellt. Am Donnerstag tagt der Rundfunkrat, also das Kontrollgremium des Senders, um abschließend über das neue Schema zu beraten. Wirklich Einfluss nehmen können die Ratsmitglieder nicht mehr, sie haben kein Veto-Recht. Das war dem sogenannten Fernsehausschuss vorbehalten, der vor einer Woche zuletzt getagt, die vorgeschlagenen Änderungen im Programm diskutiert und schließlich abgesegnet hat. In Kraft tritt das Programmschema am 11. April. Das geht aus Informationen aus dem Fernsehausschuss hervor, die dem Münchner Merkur und der tz vorliegen.

„Mit der Reform will der BR den sich ändernden Nutzungsgewohnheiten und Bedürfnissen der Zuschauer besser Rechnung tragen und mehr Orientierung geben“, hieß es in einer früheren Mitteilung des Senders. „In Publikumsgesprächen und -befragungen wurde zudem immer wieder der Wunsch nach mehr und vertiefter Information aus Bayern geäußert.“ Und: Ein neuer Name soll „mehr Klarheit und Orientierung“ schaffen: Das Bayerische Fernsehen wird in BR Fernsehen umbenannt.

Neue Abteilung "Heimat" ab 1. April

Auch die Ressortzuschnitte ändern sich. So wird dem bisherigen Programmbereich „Bayern und Unterhaltung“ ab 1. April die Abteilung „Heimat“ zugeschlagen. Der neue Name: „Unterhaltung und Heimat“. Darunter fallen Sendungen wie „Wir in Bayern“, „Kunst und Krempel“, „Schwaben und Altbayern“ oder „Zwischen Spessart und Karwendel“. Auch die digitale Hörfunkwelle BR Heimat gehört künftig zu dem neuen Super-Programmbereich.

Viele BR-Mitarbeiter aus der „Heimat“-Ecke hoffen, dass ihre Themen nicht erdrückt werden von Unterhaltungsformaten – zumal die neue Ressortchefin Annette Siebenbürger aus diesem Bereich kommt. Bei der internen Vorstellung der Zusammenlegung seien die Heimatthemen von Siebenbürger arg schnell abgehandelt worden, murrt einer. Man könne nur hoffen, dass das der Aufregung geschuldet gewesen sei.

Ein Blick auf das neue Schema zeigt: Bei der Reform handelt es sich eher um ein Reförmchen – obwohl es durchaus ein paar grundlegende Veränderungen gibt. Wir stellen die wichtigsten vor:

Ab dem 11. April läuft die 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“ auch im BR Fernsehen. Damit tut es der BR den anderen ARD-Anstalten gleich. WDR, NDR & Co. zeigen die Nachrichten, die in Hamburg produziert werden, schließlich seit Jahren parallel zum Ersten.

Die „Rundschau“ wird ausgebaut. Neben einer täglichen Ausgabe um 16 Uhr soll die Sendezeit der Hauptausgabe schon um 18.30 Uhr beginnen und dann 30 Minuten dauern, also doppelt so lang wie bisher. Im Mittelpunkt soll eine stark ausgeweitete Berichterstattung aus den verschiedenen Landesteilen Bayerns stehen.

Die „Abendschau“ (Beginn: 18 Uhr) wird im Gegenzug um 15 Minuten gestutzt und soll sich dafür verstärkt Themen aus dem Alltag der Menschen in Bayern widmen.

Durch die Übernahme der „Tagesschau“ wird die erfolgreiche Vorabendserie „Dahoam is Dahoam“ nicht mehr um 19.45 Uhr laufen, sondern schon um 19.30 Uhr beginnen. Die Sendezeit soll hier schließlich auf keinen Fall gekürzt werden.

Die Bürgersendungen „Jetzt red i“, „Jetzt red i – Europa“ und „Bürgerforum“ sollen zu einer Marke zusammengefasst werden. Das neue Schema sieht dafür den Sendeplatz mittwochs um 20.15 Uhr vor – allerdings im Wechsel mit der „Münchner Runde“. Der Polittalk verlässt seinen angestammten Platz (Dienstag, 22 Uhr), wechselt in die Hauptsendezeit am Mittwoch und kommt dann nur noch zweiwöchentlich.

Neue Sendung "Südlicht" beschäftigt sich mit Kunst und Literatur

Nach der „Münchner Runde“ läuft mittwochs künftig „Kontrovers“, ehe nach dem „Rundschau-Magazin“ (wie gehabt um 21.45 Uhr) die Kultur zum Zuge kommt. „Südlicht“ heißt die (neue!) Sendung, die sich um 22.45 Uhr mit Kunst und Literatur beschäftigt – und damit die „Lesezeichen“ ersetzt. Dass es noch eine Literatursendung geben wird, dürfte auch einer Petition geschuldet sein, die die Autorin Julia Benkert im vergangenen Jahr ins Leben rief. Ab 23.15 Uhr läuft dann „kino kino“.

Am späten Montagabend hat der BR nun den großen Klassik-/Konzerte-/Dokumentationen-Platz eingerichtet, der bislang am Donnerstag seinen Platz hatte. Der ist künftig für die jungen Zuschauer reserviert. Nach „Capriccio“ soll es um 22.15 Uhr „Junge Unterhaltung“ geben, im Anschluss Geschichten mit den „Woidboyz“ und „Puls TV“. Am Wochenende wird auch einiges verändert. Wie vermutet, werden die „Wirtshausmusikanten“ aus dem Programm fallen. Stattdessen läuft „Die Rundschau“. Die „Freizeit“ wechselt sonntags von 21.15 Uhr auf 18.45 Uhr (nach wie vor im Wechsel mit „Bergauf-Bergab“). Wie berichtet, bekommt der „Blickpunkt Sport“ mit Julia Scharf nicht nur eine neue Moderatorin, sondern auch einen neuen Sendeplatz. Ab dem 11. April wird – wie früher – montags um 22 Uhr gefachsimpelt

Christian Deutschländer

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Stefanie Thyssen

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Carina Zimniok

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