Prozess

Beim Kreisjugendring angestellt: Missbrauchte David H. Buben?

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Er schwieg eisern zu den Sex-Vorwürfen: David H. (32) auf der Anklagebank.

München - David H. (32) war jahrelang als Betreuer beim Kreisjugendring in Fürstenfeldbruck angestellt. Insgesamt 20 Mal soll er sich an Jugendlichen vergangen haben.

Der Kopf in den Händen vergraben, der Rücken gekrümmt. Aschfahl sitzt David H. (32) auf der Anklagebank. Er spricht kein Wort, schaut nur zu Boden. Was geht in diesem Menschen vor?

Insgesamt 20 Mal soll der Garchinger sich an Jugendlichen vergangen haben. Schlimm genug. Aber er war jahrelang als Betreuer beim Kreisjugendring in Fürstenfeldbruck angestellt – und nutzte laut Anklage dabei sein Vertrauensverhältnis aus. Was seine mutmaßliche Taten umso schlimmer erscheinen lässt.

Zum Prozessauftakt am Montag wollte David A. nichts zu den schweren Vorwürfen sagen. Im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung hatte er aber eingeräumt, dass es zum Sex mit den Jugendlichen gekommen war, die mit ihm zu Freizeiten und Ausflügen fuhren. Was dort geschehen sein soll, erfuhren deren Eltern erst viel später.

Laut Anklage beging David H. den Missbrauch zwischen September 2005 und September 2009. An mindestens 20 Wochenenden soll er sein erstes Opfer, einen damals zwischen elf und 15 Jahre alten Buben, in seine Wohnung nach Isny eingeladen haben. Dort gab er ihm laut Anklage einen Joint, zog den Buben aus und griff ihm in die Hose.

Ihn soll David H. in sieben weiteren Fällen auch nach München eingeladen haben, wo der Betreuer mittlerweile lebte. Auch hier wurde laut Anklage gekifft und danach gegen den Willen des Buben sexuelle Handlungen an ihm ausgelebt. Die fehlende Erfahrung und Selbstbestimmung seines Opfers soll David H. nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ganz gezielt ausgenutzt haben. Außerdem soll er auch bei Jugendlichen in Isny übernachtet und sie sexuell missbraucht haben. Beschuldigt wird H. zudem, im Sommer 2008 beim Kreisjugendring Königsdorf Teilnehmern einer Freizeit Joints gegeben und sie im Intimbereich begrapscht zu haben.

David H. zeigt auf der Anklagebank keine Reaktion

Auf der Anklagebank zeigte David H. keine Reaktion, als diese Vorwürfe gegen ihn verlesen wurden. Seit Blick ging ins Leere. Oder zu Verteidiger Alexander Betz, der die in der Anklageschrift genannten Tatzeitpunkte anzweifelt. Denn für das Urteil wird es eine entscheidende Rolle spielen, ob die Jugendlichen bereits 14 Jahre alt waren, als es zu den mutmaßlichen Übergriffen kam.

Wenn nicht, gelten sie rechtlich noch als Kinder – und David H. drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Drei weitere Verhandlungstage sind in dem Prozess angesetzt. Das Urteil soll am 9. Mai fallen.

Andreas Thieme

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