Murnauer kollabierte

Beinahe in der Sauna verbrannt: Er verklagt Fitnessklub-Betreiber

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Das Ohr verletzt, der Rücken verbrannt: Nach dem Sauna-Unfall will Gerhard S. (73) Schadensersatz.

München - In der Sauna eines Murnauer Fitnessklubs wollte er entspannen – am Ende ist er fast verbrannt. Nun will der 73-Jährige Schadenersatz.

Nur mit Glück hat Gerhard S. (73) einen Unfall in der Sauna überlebt: Erst zwei Stunden nach einem Kollaps fand ihn ein Mitarbeiter. Jetzt klagt der Murnauer vor dem Landgericht auf Schadensersatz und will 20.000 Euro.

Diese Summe fordert Gerhard S. von dem Betreiber des Fitnessstudios, der angeblich gegen seine Verkehrssicherungspflicht verstoßen habe. „Wenn ich früher gefunden worden wäre, hätte ich nicht so leiden müssen.“ Durch den Sauna-Unfall hatte er schwerste Verbrennungen an Rücken, Beinen und Ohren erlitten. In acht Operationen wurde ihm Haut transplantiert. Sechs Wochen lag der Senior im Koma. Warum er das Bewusstsein verlor: Das ist bis heute ungeklärt. „Mir fehlt jede Erinnerung“, sagt Gerhard S. „Normalerweise mache ich ein bis zwei Saunagänge. Ich hatte nie Probleme.“ Auch am Tag des Unfalls habe er sich nicht unwohl gefühlt oder gemerkt, dass er früher raus müsste. „Beim Sport war noch alles in Ordnung.“

Körper hatte sich auf 41 Grad aufgeheizt

Das Ohr ist verbrannt.

Trotzdem kollabierte er – und fordert jetzt, dass das Personal jede halbe Stunde in der Sauna hätte kontrollieren müssen. So hatte auch das Oberlandesgericht Hamm (Nordrhein-Westfalen) in einem vergleichbaren Fall geurteilt. Tatsächlich sahen die Mitarbeiter im Murnauer Fitnessklub nur alle zwei Stunden nach. Als Gerhard S. gefunden wird, liegt er nicht mehr auf der ersten Stufe, sondern rücklings am Boden. Sein Körper hatte sich auf 41 Grad aufgeheizt. „Dramatisch, was Ihnen passiert ist“, sagte Richterin Nakas.

Sie muss entscheiden, ob der Betreiber die Verantwortung für den Unfall trägt. Eine wichtige Rolle spielt, ob der Kläger erwartet hatte, dass eine Kontrolle in der Sauna stattfindet – was Gerhard S. eher nicht behaupten konnte. Er war im Prozess bereit, eine Teilschuld einzuräumen. Grundsätzlich wolle er aber „Gerechtigkeit“. Acht Operationen musste der Senior bereits über sich ergehen lassen. Vier weitere an den Ohren könnten noch folgen. „Trotz allem“, sagte er, „hatte ich noch Glück.“ Das Urteil wird am 1. September verkündet.

Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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