Polizeieinsatz in Berg am Laim

Karate-Angriff bei der AfD-Wahlparty: "Ich hatte wirklich Angst"

München - In Berg am Laim ist am Sonntag eine Party zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern eskaliert. Eine Augenzeugin berichtet von den brutalen Jagdszenen.

Tritte, Schläge, Drohungen: Zu brutalen Jagdszenen zwischen Anhängern der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) und der linksgerichteten Antifa kam es am Sonntag in der Friedenstraße in Berg am Laim. Dort feierten die Münchner Kreisverbände der AfD in einem Lokal ihre Party zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dabei: Stadtbekannte Anhänger der Pegida und des Bündnisses Deutscher Patrioten wie Rick W., Lukas B. und der Rapper Chris A.

Um 17.40 Uhr erreichte die Polizei aus dem Lokal mehrere Anrufe. Auf der Straße näherte sich ein Trupp vermummter Antifa-Aktivisten in weißen Maleranzügen, die mit Sprechchören und Bannern eine Spontan-Demo abhalten wollten. Zur Demo kam es nicht mehr. Provozierend liefen einzelne Männer den Aktivisten entgegen und forderten sie („Kommt doch her! Kommt doch her!“) zum Straßenkampf auf. Vor der Tür versammelten sich unterdessen immer mehr AfD-Anhänger, die offensichtlich amüsiert ihre Handykameras zückten. Dann allerdings wurde es gefährlich. Ein Kampfsportler im blauen Hemd griff mehrfach Presse-Fotografen an.

Diese Fotos kursieren mittlerweile auf Facebook und Twitter. Eine Fotografin sah mit Entsetzen, wie der hochaggressive Mann mehrfach massiv ihre Kollegen angriff, einen sogar regelrecht ansprang und ihn dabei auf den Kopf schlug. „Er ging dann kurz zurück und kam ohne sein Hemd wieder. Dann sind wir geflohen. Ich war echt geschockt von der Gewalttätigkeit. Ich hatte wirklich Angst“, sagte sie am Montag. 

Als die Polizei eintraf, waren alle Antifa-Aktivisten und ihre Fotografen verschwunden. Bis Montag ging laut Polizei keine einzige Anzeige ein. Und auch die AfD-Anhänger und ihre Gäste hatten der Polizei nichts zu sagen – aus gutem Grund, wie die Fotos zeigen. Das Kommissariat 43 (Staatsschutz) hat dennoch Ermittlungen aufgenommen.

Dorita Plange

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