Serien-Täter hat wieder zugeschlagen

"Besenstiel-Räuber" wollte den FC Bayern erpressen

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Dieser Artikel erschien am 22. Oktober 2011 in der tz.

München - Er hat wieder zugeschlagen - zumindest hat er es versucht: Der als "Besenstiel-Räuber" bekannt gewordene Harald Zirngibl wollte sich Geld beschaffen. Ausgerechnet beim FC Bayern.

Harald Zirngibl ist in Bayerns Kriminalszene eine Berühmtheit. Als "Besenstiel-Räuber" hat er in den 1990er-Jahren reihenweise Banken überfallen, dann saß er eine lange Zeit im Knast, schrieb ein Buch über seine kriminelle Karriere. Nun hat er sich als Erpresser zurückgemeldet: Ausgerechnet beim FC Bayern München versuchte Zirngibl an Geld zu kommen.

Der erste Erpresserbrief ging in der Faschingswoche ein, genauer gesagt: am 9. Februar. Dem Brief beigelegt war eine SIM-Karte sowie die Forderung nach "einer hohen Bargeldsumme". Details zur Höhe hat die Polizei noch nicht veröffentlicht, wohl aber die Information, dass der Erpresser seine erwartete Beute in Euro und Schweizer Franken sowie in Diamanten erhalten wolle.

In einem weiteren Brief, der den Fußballclub am 15. Februar erreichte, forderte der Erpresser eine neue Stückelung des Betrags - weil bekanntgegeben wurde, dass die 500-Euro-Banknote verschwinden solle. Außerdem forderte er den Verein auf, die dem ersten Schreiben beigefügte SIM-Karte zu aktivieren. Die erste SMS folgte am 17. Februar.

Die Drohungen, die der Erpresser aussprach, blieben relativ vage. Er schrieb: "Die Gefahr lauert immer" und soll angedeutet haben, man könne eine Drohne über am Stadion geparkte Autos fliegen lassen. Auch drohte er damit, diese Szenarien an die Presse weiterzugeben. Daraufhin übernahm die Polizei die Ermittlungen. 

Die führten die Beamten relativ schnell auf die Spur des "Besenstiel-Räubers", der Verdacht konkretisierte sich am Montagnachmittag, und bereits am Abend wurde Zirngibl festgenommen. Er wird am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

Lesen Sie hier die ausführliche Geschichte: Wie der Besenstiel Räuber zu seinem Spitznamen kam und wie sein letzter großer Coup nun scheiterte.

Sven Rieber

Sven Rieber

E-Mail:sven.rieber@merkur.de

Kathrin Brack

Kathrin Brack

E-Mail:kathrin.brack@merkur.de

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