Trauerfeier im Alten Peter

Abschied von Alt-OB Kronawitter: München verneigt sich

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Viele hochrangige Gäste kamen zur Trauerfeier in den Alten Peter.
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Viele hochrangige Gäste kamen zur Trauerfeier in den Alten Peter.

München - Mit einer bewegenden Trauerfeier hat München gestern Abschied von Alt-Oberbürgermeister Georg Kronawitter genommen. Seine Familie dankte ihm in ergreifenden Worten, seine Kollegen ehrten einen großen Sozialpolitiker.

Und dann geht es plötzlich nicht mehr um den Oberbürgermeister Georg Kronawitter. Sondern um den Menschen, den Ehemann, den Papa. Im festlichen Alten Peter sind die Zuschauerbänke gefüllt, hinten stehen die Leute. Die Trauerfeier schließt sich an den Gottesdienst zu Ehren des Alt-Oberbürgermeisters an, der am 28. April im Alter von 88 Jahren gestorben ist. 

Sein Sohn Florian, 37, hält eine sehr traurige, sehr bewegende, sehr schöne Rede. Er erzählt tapfer und mit stolzer Stimme vom Familienmenschen Georg Kronawitter, dem seine Kinder wichtig waren. Und vom Ehemann, der vor seinem Tod seiner lieben Hildegard noch Worte des Dankes auf einen Zettel schrieb – er konnte schon nicht mehr richtig sprechen. Für ihre „Zuneigung und Spontaneität“ habe er in zittriger Schrift gedankt. Jetzt gibt die Familie den Dank zurück. „Lieber Papa“, sagt Florian Kronawitter, „du bleibst für immer in unseren Herzen.“ Der Sohn zeichnet wie die anderen Redner auch das Bild eines Mannes, der bis zum Schluss selbst bestimmen wollte. 

Dazu passt die Trauerfeier. Sie ist „minutiös vorbereitet“, wie Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) feststellt. Vorbereitet vom Verstorbenen wohlgemerkt. Georg Kronawitter hat Reiter vor Wochen noch persönlich darum gebeten, bei dieser Feier zu sprechen (aber nicht zu ausführlich!), er hat sich gewünscht, dass seiner im Alten Peter gedacht wird – und dass Domdekan Lorenz Wolf die Messe feiert. Wolf ist ein Verwandter Kronawitters. Auch der Dekan spricht über den Menschen Georg Kronawitter. Dem die Verwandtschaft am Herzen lag, der ein Kämpfer war, ein „fürsorglicher Mensch“. Ihm sei immer wichtig gewesen, den Kindern Florian und Isabelle nahe zu sein. „Ein guter Vater“, sagt Wolf, „gerade, weil er wusste, dass es nicht immer einfach ist mit einem Vater, der so in der Öffentlichkeit steht.“ Der Tod, sagt Wolf, sei Kronawitter, der seit Jahren an Parkinson litt, „als Freund und Erlöser“ gekommen. 

Sozial sein - das politische Vermächtnis des "Roten Schorsch"

Florian Kronawitter erzählt von den letzten Tagen seines Vaters, von einem anderen Zettel, den er für die Familie schrieb. Darauf stand: „Alles ist gut.“ „In aller Traurigkeit dieser Tage fand sich auch Hoffnung“, sagt der Sohn. Er erinnert an die einfache Kindheit seines Vaters. Eine Geschichte, die man sich in der Familie erzählt: Georg Kronawitter habe sich einst einen Backenzahn ziehen lassen müssen. „Dafür hat er 1 Mark gezahlt. „Die zweite Mark für eine Betäubung hat er nicht gehabt.“ Florian Kronawitter erzählt auch, wie sein Papa mit ihm spazieren gegangen ist, als er noch ein kleiner Bub war. „Er erzählte mir, dass man immer helfen muss, wenn man es kann – und es einem selbst nicht schadet.“ 

Sozial zu sein – das ist auch das politische Vermächtnis des „Roten Schorsch“, an das OB Reiter und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) in ihren Reden erinnern. Reiter würdigt Kronawitter als großen Oberbürgermeister, aber auch als Ratgeber, „nie abstrakt, nie abgehoben“. „Georg Kronawitter schaut uns jetzt zu“, sagt Reiter. „Und wir müssen auf die Frage vorbereitet sein: Und was macht ihr jetzt daraus?“ „Unglaublich populär, aber eben nicht populistisch“, sei Kronawitter gewesen, sagt Sigmar Gabriel. „Für ihn war die Politik für die kleinen Leute nichts Kleines, sondern das Größte.“ Bis zuletzt habe er Briefe von Kronawitter erhalten. 

Dass der Verstorbene bis zum Schluss ein politischer Mann war, das berichtet auch seine Familie. Florian Kronawitter erzählt, sein Vater habe sich noch zwei Tage vor seinem Tod über die Tagespolitik unterrichten lassen. Witwe Hildegard Kronawitter ist nach der Feier tief gerührt von den Reden. „Die Worte waren sehr tröstlich“, sagt sie der tz. „Ich weiß, dass die ganze Feier unserem Georg gefallen hätte.“ Am Dienstagnachmittag wurde Georg Kronawitter im engen Familienkreis auf dem Ostfriedhof beerdigt – direkt neben dem Grab des „Wimmer Dammerl“, des ersten Nachkriegs-OB Thomas Wimmer. Zwei große Söhne der Stadt liegen jetzt beieinander.

Alt-OB Georg Kronawitter - Sein Leben und Wirken in Bildern

 

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