Große Bau-Offensive

Bis 2020: Stammstrecken-Stationen werden renoviert

München - Die Tunnel-Anlagen an der Stammstrecke sollen bis 2020 für 48 Millionen Euro verschönert werden – Eine Offensive für mehr Kunden-Zufriedenheit.

Die Bahn will die Tunnelbahnhöfe aufhübschen. Bis 2020 kommen auf die Fahrgäste damit erneut lästige Bauarbeiten zu – danach soll alles im neuen Design erstrahlen. Zur Beruhigung gibt es in der „Wartewelt“ am Hauptbahnhof jetzt auch ein Klavier.

Wenn’s mal wieder länger dauert, kann man im Hauptbahnhof jetzt auch Klavierspielen.

Mit dem können sich musikalisch begabte Fahrgäste am Hauptbahnhof künftig die Zeit vertreiben, wenn’s bei der Bahn mal wieder länger dauert. Seit Dienstag steht das öffentlich zugängliche Yamaha-Klavier im neuen Warteraum der DB in der Haupthalle – weil’s noch besser klingt, heißt der loungeartige Raum im DB-Deutsch „Wartewelt“ und das Klavier „Public Piano“. Auch Kaffee wird dort ausgeschenkt, und für die Kleinen gibt es eine Modelleisenbahn. Auch wenn dort gestern nur eine Lok einsam ihre Runden fuhr, kommt das Angebot offenbar gut an. „Ich stehe schon seit einer halben Stunde hier“, sagte der Vater eines kleinen Buben, der sich gar nicht losreißen konnte.

Diese Bahnhöfe sollen bis 2020 renoviert werden

Die „Wartewelt“ ist nur eines von mehreren Projekten, mit denen die Bahn Kundenärgernisse abstellen will. Auch die DB-Information in der Zughalle wird 2017 umgebaut. Arbeitstitel: „DB Information 4.0“. Bisher gibt es drei Schalter mit Bahn-Bediensteten, künftig werden auch Selbstbedienungsterminals und Infotafeln die persönliche Beratung ergänzen. Ein Prototyp der künftigen DB-Info steht am Berliner Südkreuz und wird dort erprobt. Ob die DB dann mit weniger Personal auskomme, sei noch nicht bekannt, sagte Bayerns Bahn-Chef Klaus-Dieter Josel.

Ein zentrales Vorhaben sprach er gleichfalls an: Die Deutsche Bahn will, wie sie schon im August bekannt gab, bis 2020 die Tunnelbahnhöfe an den S-Bahn-Strecken sanieren. Neben den fünf Bahnhöfen der Stammstrecke (Hauptbahnhof bis Rosenheimer Platz) seien auch die Tunnelbahnhöfe in Ismaning und Unterföhring in die Jahre gekommen, sagte Josel, der nun weitere Details verriet. Nur der Flughafen-Tunnelbahnhof wird nun doch nicht saniert. Die Kosten werden auf insgesamt 48 Millionen Euro geschätzt. Wände, Decken, die Beschilderung und insgesamt „die Optik“ werde neu designt, kündigte Josel an. Es solle heller werden, ähnlich wie in den sanierten Zwischengeschossen am Hauptbahnhof und Marienplatz. Eines allerdings bleibe: die Olympia-Grundfarben. Die orange-farbenen Kacheln seien ebenso wie die roten am Hauptbahnhof unabdingbarer Bestandteil des Designs, wie es zu den Olympischen Spielen 1972 eingeführt wurde.

Kaum ist eine Baustelle abgeschlossen, beginnt die nächste

Auf die Fahrgäste kommen damit wieder einmal Bauarbeiten zu. Erst 2015 schloss die Bahn die letzten Arbeiten zur Brandschutzsanierung ab, die sich jahrelang hingezogen hatten. Jetzt gehen die Bauarbeiten wieder los.

Pünktlichkeit, Sauberkeit, mehr digitale Informationen – das sind laut Bahn-Chef Josel die Bausteine der Offensive für mehr Kundenzufriedenheit. Dazu zählt auch, dass die DB wie berichtet durch so genannte Knoten-Koordinatoren die Abfahrts-Pünktlichkeit der Fernzüge erhöhen will. Dabei geht es um Minuten, wenn nicht um Sekunden. Im Juni begann ihre Arbeit, nun liegen erste Resultate vor. „Wir haben einen Sprung nach vorne gemacht“, berichtete Josel. Die Abfahrts-Pünktlichkeit von ICE und IC sei von 59 auf 74 Prozent gestiegen – pünktlich ist ein Zug nach DB-Definition, wenn er minutengenau abfährt, also höchstens 59 Sekunden später als angekündigt.

Rubriklistenbild: © dpa

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