Schwerpunktaktion am Donnerstag

Bittere Bilanz bei S-Bahn-Kontrollen

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Ein S-Bahn-Kontrolleur stellt den Bußgeld-Bescheid aus.

München - Am Donnerstag waren für eine angekündigte Schwerpunktaktion 48 Kontrolleure auf der Stammstrecke unterwegs - und die Bilanz ist ernüchternd.

Den Mittdreißiger, der am Mittag biertrinkend im S-Bahn-Sitz lümmelt, kennen die Kontrolleure schon: Wiederholungstäter. Einige Male mussten sie wegen ihm die Polizei rufen. Denn einen Fahrschein hatte er auch nicht. 60 Euro kostet das. Schätzungsweise 25.000 Menschen fahren in München täglich schwarz.

Am Donnerstag waren für eine angekündigte Schwerpunktaktion 48 Kontrolleure auf der Stammstrecke unterwegs. „Es geht nicht darum, möglichst viele zu erwischen, sondern im Interesse der ehrlichen Fahrgäste daran zu erinnern, dass jeder ein Ticket lösen muss“, sagt Bahnsprecher Bernd Honerkamp. 

Zweite Stammstrecke: Erster Blick in neuen S-Bahn-Tunnel

2,5 Prozent der Fahrgäste haben kein Ticket. Die Quote ist rückläufig, allerdings werden immer mehr Schwarzfahrer erwischt. „Wir kontrollieren mehr. Zudem sind die Kontrolleure jetzt in Zivilkleidung unterwegs und nicht mehr so leicht erkennbar“, erklärt Honerkamp. Jeder der neun Kontrolleure, mit denen die tz eine Stunde unterwegs ist, wurde schonmal tätlich angegriffen. Dass das Schwarzfahren ihr Fehler ist, wollen viele nicht einsehen. „Da sagt einer, er habe sein Ticket nicht gestempelt, weil die Bahn zu spät gekommen sei. Der nächste erzählt, die Bahn sei zu früh gekommen.“

Jasmin Menrad

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