Typisierungsaktion

Blutkrebs: Gundi sucht ihren Lebensretter

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Gundi Brucker (57) liebt das Leben. Vor allem in der Natur fühlt sie sich wohl.

München - Aggressive Leukämie: Über eine Typisierungsaktion sucht die krebskranke Riemerin Gundi Brucker (57) ihren Lebensretter.

Gundi Brucker (57) liebt das Leben. Vor allem in der Natur fühlt sie sich wohl. Als Physiotherapeutin macht sie ihre Mitmenschen gesund – jetzt sucht sie nach ihrem Lebensretter. Gundi Brucker aus Riem hat Leukämie. Sie leidet an einer besonders aggressiven Form und sucht dringend einen Stammzellenspender. Am Sonntag findet eine große Typisierungsaktion statt. Jeder kann helfen.

Ihr Ehemann Winfried Kubaschk (55) ist verzweifelt. Mit Flugblättern will er auf die Krankheit seiner Frau aufmerksam machen. Zur tz sagt er: „Meiner Frau geht es schlecht. Ihr läuft die Zeit davon. Wir müssen unbedingt einen Spender finden.“ Auch die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) will Gundi helfen, hat deshalb für den Sonntag, 10. April, von 10 bis 17 Uhr eine große Typisierungsaktion vorbereitet. Eigentlich ist die Aktion in der Heidemannstraße 3b für die ebenfalls leukämiekranke Betül (17, siehe unten links) geplant. Weil Gundi Bruckers Gesundheitszustand immer schlechter wird, hat man sich dazu entschlossen, die Suche nach den Lebensrettern zusammenzulegen.

Im Januar kam die Schock-Diagnose für Gundi. „Bis vor Kurzem war die Welt noch in Ordnung“, sagt ihr Mann. „Doch letzten Sommer ging es ihr plötzlich schlecht. Sie war schlapp, hatte Gelenkschmerzen und suchte deshalb einen Orthopäden auf.“ Der stellte nichts fest, ließ aber vorsorglich ein Blutbild anfertigen. Dann der Hammer: „Wir hätten nie damit gerechnet.“ Seit Anfang des Jahres bestimmt die Blutkrankheit den Alltag des Ehepaars. „Wir befinden uns in einem Schwebezustand“, sagt Gundis Mann Winfried. „Das Warten auf den Spender ist eine psychische Belastung.“ Weil Gundis Immunsystem durch die aggressive Chemotherapie immer schwächer wird, ist die Infektionsgefahr riesig. Kein Kontakt zu Freunden, nur gekochte Nahrung, ein rundum desinfizierter Haushalt.

Das Leben richtet sich nach der Krankheit. Aber Gundi gibt nicht auf.

Auch sie braucht Hilfe

Die krebskranke Betül (17)

Eigentlich war die Typisierungsaktion am Sonntag beim Deutsch-Türkischen Kulturverein in der Heidemannstraße für die krebskranke Betül (17) gedacht. Vor vier Jahren begann der Kampf gegen die heimtückische Krankheit. Sie galt in der Zwischenzeit als geheilt. Doch jetzt kam die Leukämie mit aller Wucht zurück. Letzter Ausweg: die lebensrettenden, gesunden Zellen ihres genetischen Zwillings.

Johannes Heininger

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