Zwei Beamte direkt betroffen

Kampf gegen Blutkrebs: Polizei startet Typisierungsaktion

+
Michael Laumer ist vor elf Jahren selbst an Leukämie erkrankt. Ausgerechnet sein eigener Vater rettete mit einer Stammzellenspende sein Leben.

München - Die Polizei macht mobil im Kampf gegen Blutkrebs! Nun bitten die Ordnungskräfte zu einer großen Typisierungsaktion - auch aufgrund zweier erfolgreicher Rettungsmaßnahmen.

"Leukämie muss kein Todesurteil sein", sagt Michael Laumer (42). Der Kriminalpolizist hat die Schockdiagnose vor elf Jahren bekommen. Heute ist er gesund. Jetzt will er Menschen dazu motivieren, sich als Stammzellenspender zu registrieren. Am Donnerstag können auch Sie zum Lebens­retter werden - bei der großen Typisierungsaktion im Münchner Polizeipräsidium. Ärmel hoch!

"Die Krankheit hat mein Leben verändert", erzählt Laumer: "Ich habe eine wunderbare Frau kennengelernt, geheiratet und in wenigen Tagen erwarten wir Nachwuchs." Michael Laumer machte schlimme Zeiten durch, ging aber gestärkt daraus hervor. Auch weil es Menschen gibt, die sein Leben retten wollten. Auch für ihn wurde damals eine Typisierungsaktion organisiert. Viele Menschen kamen, ließen sich einen kleinen Tropfen Blut abnehmen und hofften, eines Tages helfen zu können. 2005 bekam Laumer die Diagnose, ein Jahr später wurde er transplantiert.

Laumer vom eigenen Vater gerettet

Ob er denn seinen Spender kenne, wollte die tz wissen? "Sogar ziemlich gut", entgegnet Laumer. Sein Lebensretter: der eigene Vater. "Mein Papa hat mir sozusagen zwei Mal das Leben geschenkt."  Und das, obwohl die Gewebemerkmale beider nur zur Hälfte übereinstimmten. Viele Mediziner raten bei einer solch geringen Übereinstimmung normalerweise von einer Transplantation ab. Zu groß sei das Risiko, dass der Körper das fremde Rückenmark abstößt. Für den Polizisten war es die letzte Überlebenschance. Laumer hatte Glück. 2007 hat er wieder seinen Dienst aufgenommen.

Typisierungsaktion am Marienplatz.

Jährlich erkranken in Deutschland im Durchschnitt 11.400 Menschen an Blutkrebs. Manuela Ortmann von der Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB): "Jeder Spender ist wichtig. Kommen Sie deshalb am kommenden Donnerstag, 28. Juli, zwischen 9 Uhr und 16 Uhr ins Polizeipräsidium in der Ettstraße!" Die Aktion ist eigentlich für einen weiteren Polizei-Kollegen geplant. Norbert Henz erkrankte kurz nach seiner Pensionierung. Doch in der Zwischenzeit wurde auch für ihn ein passender Spender gefunden.

Auch über Geldspenden freut sich die Stiftung. Denn die Kosten für die Typisierung können Krankenkassen nicht in Rechnung gestellt werden. Erst bei einer Transplantation kann die AKB auf Unterstützung der Kassen zurückgreifen.

Spendenkonto

Verein Polizisten helfen e.V.
IBAN: DE10 7009 0500 0402 7420 20
Verwendungszweck: ­Sonderkonto für Norbert Henz

Stichwort: Blutkrebs

Leukämie wird auch als Blutkrebs bezeichnet. Der Körper produziert vermehrt funktionstüchtige Vorläuferzellen der weißen Blutzellen. Diese breiten sich im Rückenmark aus, stören dort die Blutbildung und können dadurch alle Organe in ihrer Funktion beeinträchtigen. Zudem fehlen wichtige rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff durch das Blut transportieren. Auch ein Mangel an blutungsstillenden Blutplättchen und funktionstüchtigen weißen Blutzellen geht damit einher. Bei einer Typisierung für einen passenden Stammzellenspender werden Ihre Gewebemerkmale in eine weltweite Spenderdatei aufgenommen. Stimmen Ihre Merkmale mit denen eines Patienten überein, können Sie mit Hilfe einer Knochenmarkspende (kein Rückenmark!) Leben retten. Mehr Infos unter www.akb.de.

Johannes Heininger

auch interessant

Kommentare