Opfer erzählt in der tz

Albtraum Einbruch: Die Täter kamen über den Balkon

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Die Einbrecher überfielen Christa J. im Wohnzimmer. Sie ist seither viel vorsichtiger geworden.

München - Die Einbrecher überfielen Christa J. im Wohnzimmer. Sie ist seither viel vorsichtiger geworden. In der tz erzählt sie ihre Geschichte.

Albtraum Einbruch: für Christa J. (75) wurde er furchtbare Realität. Im Dezember 2014, kurz vor Weihnachten, wurde die Seniorin Opfer eines Raubüberfalls in ihrer Wohnung in Bogenhausen. Die Täter kamen über den Balkon. Die Türe stand offen – eine Einladung. Wie sich Christa J. heute schützt und welche Lehren sie daraus gezogen hat, erzählt sie in der tz.

Mit ihrem Mann hat Christa J. vor Jahren auf einer Insel in den USA gelebt. „Dort war es gang und gäbe, dass alle Türen und Fenster offen standen“, erzählt die Seniorin. „Es herrschte großes Vertrauen in der Nachbarschaft.“ Vertrauen, das sie seit jenem Vorfall im Dezember 2014 verloren hat. „Jetzt mache ich meine Türen abends nicht mehr auf.“

Zwei Einbrecher, ein Mann und eine kleinwüchsige Frau aus dem Drogenmilieu haben Christa J. damals überfallen. Mit vorgehaltenem Messer forderten sie Geld. „Zwanzig Euro kann ich euch geben“, entgegnete sie. Mit zitternden Händen kramt sie den Schein aus ihrem Geldbeutel. Einen weiteren Hunderter reißt ihr der Mann aus der Hand.

Als sich die Eindringlinge aus dem Staub machen wollten, packte Christa J. der Zorn. „Was fällt denen überhaupt ein?“, dachte sie sich und rannte den beiden hinterher. Die Frau konnte sie gerade noch am Bein festhalten. Der Mann war bereits unten, kletterte daraufhin aber wieder nach oben und verschwand mit seiner Komplizin durch die Haustüre. Innerhalb von fünf Minuten war die Polizei zur Stelle, schnappte die Einbrecher und eine weitere Frau, die Schmiere stand, wenig später nahe dem Landtag. Christa J.: „Die Polizei hat wirklich gute Arbeit geleistet.“

Kurz danach hat die Seniorin Spezialschlösser an ihre Balkontüren und Fenster anbringen lassen. Sie ist vorsichtiger geworden: „Ich fahre seitdem auch nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern mit dem Taxi“, sagt sie. „Wenn jemand an der Türe läutet, frage ich immer, wer da ist. Ich bin nicht mehr so blauäugig.“

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