Komplizierte Rettung - Opfer im Schockraum

Arbeiter stürzt im Grüntal in die Baugrube

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Schwierige Bergung: Aus dem fünf Meter tiefen und nur 1,50 Meter breiten Spalt wird der schwerverletzte Arbeiter (54) geborgen.

München - Auf historischem Münchner Boden im Herzogpark hat sich am Montag ein Bauarbeiter schwer verletzt.

Das alte Grüntal.

Auf dem Gelände des ehemaligen Wirtshaus im Grüntal nahe des Isar-Stauwerks entstehen zur Zeit Luxuswohnungen in Bestlage. Um 8 Uhr früh stürzte bei Schalungsarbeiten ein 54-jähriger Arbeiter fünf Meter tief in den Schacht. Seine Kollegen riefen über die 112 den Notarzt. Doch der kam zunächst nicht an den Patienten heran. Über Leitern stiegen Arzt und Feuerwehrleute schließlich zu dem Verletzten, der zwischen einer Betonwand und den Schalungsbrettern eingeklemmt war. Dort unten ist es so eng, dass die Männer nur unter erschwerten Umständen mit der Erstversorgung beginnen konnten.

Nun wird luxuriös gebaut.

Oben bereiteten die Höhenretter der Berufsfeuerwehr die Bergung vor. Am vorhandenen Baustellenkran wurde ein Flaschenzug samt Spezialtrage befestigt. Diese Tragen werden auch bei der Bergrettung eingesetzt. Danach wurde der Patient sehr vorsichtig per Hand aus dem nur 1,50 Meter schmalen und fünf Meter tiefen Spalt gezogen und im weiten Bogen außerhalb der Baustelle am Notarztwagen abgesetzt. Er wurde sofort in den Schockraum einer Klinik gebracht.

Geschafft: Der Verletzte wird herabgelassen

Das Wirtshaus im Grüntal gehörte einst zu den schönsten und bekanntesten Biergärten Münchens. Eine Bürgerinitiative wollte den über 100 Jahre alten Biergarten retten. Acht Millionen Euro verlangte die Schörghuber-Gruppe für das 3300 Quadratmeter große Gelände. Doch die Rettung scheiterte an fehlenden 600.000 Euro. 2011 wurde alles abgerissen. Die Initiative stellte damals tief enttäuscht fest: „Die Tradition ist dem Kommerz unterlegen.“

D. Plange

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