Käfers Schampus-Plage geschnappt

Dieser Giesinger (46) klaute Champagner im Wert von 7000 Euro

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Sechsmal hat der Schampus-Dieb (r.) bei Feinkost-König Michael Käfer zugeschlagen. Die Überwachungskamera überführte den 46-Jährigen.

München - Er hatte es auf die ganz edlen Tröpfchen abgesehen – jetzt ist der Münchner Champagner-Dieb, ein 46-Jähriger aus Giesing, endlich gefasst.

Bei Feinkost-Käfer hatte er seit März immer wieder teure Flaschen mitgehen lassen, auch bei Galeria Kaufhof am Marienplatz hatte der 46-Jährige mehrmals zugeschlagen. In bester Detektivmanier wurde ihm jetzt von Käfers Stammhaus-Chef Mario Stock (36) das Handwerk gelegt.

Jeden Morgen, kurz nachdem der Feinkosttempel in der Prinzregentenstraße seine Pforten öffnet, schlich der unscheinbare Giesinger in den Champagnerkeller. „Er kam immer um 7.10 Uhr“, sagt Stock, der für den reibungslosen Ablauf im Stammhaus von Michael Käfer zuständig ist. Er und seine Mitarbeiter bemerkten vor ein paar Wochen, dass beinahe täglich mehrere hochpreisige Champagnerflaschen fehlten. Nur die leeren Kartons ließ er stehen. „Sechs Mal war der Mann da, immer mit dicker Winterjacke und großem Rucksack.“ So verschwanden pro Besuch jeweils vier bis acht Flaschen. Stock: „Wir sprechen von einem Verkaufswert von mindestens 7000 Euro.“

In der Tat hatte es der dreiste Champangnerdieb auf die erlesensten Schaumweine abgesehen. Dom Pérignon (395 Euro pro Flasche), Ruinart (250 Euro) und weitere Magnum-Flaschen (je 250 Euro) ließ der nach Polizeiinformationen drogensüchtige Täter mitgehen. Stock: „Man hat mir gesagt, dass er die Flaschen sofort am Hauptbahnhof verkauft hat, um so an schnelles Geld zu kommen.“ Tatsächlich fand man bei der Durchsuchung der Diebeswohnung nur eine Flasche Champagner. Die teure Brause war für den Arbeitslosen offenbar eine schnelle Geldquelle.

Die Aufnahmen der Überwachungskamera in Käfers Champagnerkeller überführten den Giesinger. Mario Stock: „Wir wussten, wie er aussieht.“ Als er am Montag erneut zugeschlagen hat, ist er mit der U-Bahn gekommen. „Unsere Kassenchefin hat ihn erkannt und uns gleich Bescheid gegeben.“ Also legten sich Käfers Mitarbeiter auf die Lauer, beobachteten den Schampus-Langfinger und riefen die Polizei. Als der 46-Jährige durch einen Nebenausgang verschwinden wollte, stellten ihn Stock und seine Kollegen. „Der war richtig abwesend. Wahrscheinlich hatte er Entzugserscheinungen“, vermutet der 36-Jährige.

Auch bei Galeria Kaufhof am Marienplatz hatte sich der Täter schon bedient. In der Feinkostabteilung im Untergeschoss fehlten insgesamt 13 Flaschen Champagner im Wert von über 2000 Euro. Am Mittwoch wurde er auch dort erkannt und ertappt. Jetzt wird er dem Haftrichter vorgeführt.

Michael Käfer (58) selbst hat die Vorfälle nur am Rande mitbekommen. Der Feinkost-König sagte der tz am Donnerstag: „Ich war zu dem Zeitpunkt nicht in München. Aber auf meine aufmerksamen Mitarbeiter ist Verlass.“

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