Trotz Mehrkosten

S8 zum Flughafen: Tunnel soll gebaut werden

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Der S-Bahnhof Daglfing.

München - Die Stadt bekennt sich zur Röhre zwischen den S-Bahn-Stationen Daglfing, Englschalking und Johanneskirchen.

„Sündhaft teuer“ nennt selbst der Oberbürgermeister das Projekt. Doch Dieter Reiter ist dafür, dass die S-Bahn-Strecke der Linie 8 zwischen den Stationen Daglfing, Englschalking und Johanneskichen in einen neuen Tunnel verlegt wird. Auch die Bahnhöfe selbst sollen zu unterirdischen Stationen werden. Die Strecke zum Flughafen wird ohnehin auf vier Spuren ausgebaut. Allerdings würde die Bahn sie eigentlich oberirdisch führen. Will die Stadt sie unter die Erde legen, muss sie den Großteil der Kosten tragen, die CSU geht von 670 Millionen Euro aus.

Trotz der hohen Kosten bekannte sich der Stadtrat gestern erneut zu einem Beschluss von 2010 – die Stadt plant also entsprechend weiter. Die Alternative wäre eine oberirdische Lösung gewesen, bei der etwa neue Lärmschutzwände entstehen würden. Die Grünen versuchten noch, eine zusätzliche Planung für eine oberirdische Variante durchzusetzen, die eine spätere Entscheidung gegen den Tunnel ohne Zeitverlust ermöglicht hätte.

Vergeblich. OB Reiter überzeugte den Stadtrat. Er sagte: „Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Bürgern vor Ort, denen wir das immer versprochen haben.“ An dieser Stelle, sagte Reiter, würden auch in ferner Zukunft sicher Bahnen fahren. „Dieser Tunnel wird immer Sinn machen.“ Die CSU verwies darauf, dass die Lärmbelastung für die Anwohner durch den vermehrten Verkehr stark ansteigen werde. „Die Anwohner sind zurecht für die Tunnellösung“, sagte CSU-Stadtrat Walter Zöller. „Sonst müssten sie neue Kreuzungen und Übergänge in Kauf nehmen, die das Gebiet noch weiter zerschneiden würden.“ Zöller sagte, er erwarte, dass nun mehr Wohnungen entstehen – durch dichtere Bebauung.

In dieses Horn hatte in der Sitzung auch FDP-Stadtrat Michael Mattar gestoßen. Er beantragte gar, „mindestens 5000 Wohnungen mehr“ als bisher gedacht zu bauen. Oberbürgermeister Reiter nannte Mattars Forderung eine „Show“. Sie fand keine Mehrheit.

2025 könnte der Tunnel fertig sein. Durch ihn würden dann auch die Express-S-Bahnen rauschen, die durch das vierte Gleis möglich gemacht werden sollen.

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