Für den Erhalt des 52ers

Bürger fordern: „Bus soll weiter am Marienplatz halten“

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Nächster Halt Marienplatz: Das gab es beim 52er bis vor ein paar Wochen. Jetzt nicht mehr.

München - Eine Bürgerinitiative kritisiert den Wegfall der Haltestelle des 52er-Bus am Marienplatz – und die Bürgermeister.

Mit dem Bus zum Einkaufen in die Innenstadt: Für viele Münchner, die in Untergiesing oder der Au wohnen, hat das Tradition. Der 52er brachte sie unkompliziert bis zum Marienplatz. Bis vor Kurzem. Seit das Gebäude, in dem sich die Buchhandlung Hugendubel befand, umgebaut wird, gibt es den Stopp nicht mehr. Jetzt regt sich Widerstand.

4900 Unterschriften für den Erhalt der Haltestelle hat die Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben“ bereits gesammelt. Die betroffenen Bezirksausschüsse, der Seniorenbeirat und Green City unterstützen die Aktion. Es läuft also gut für die Initatoren um die Grünen-Politikerin Melly Kiesweg. Eigentlich. Doch weil die Initative sauer ist auf alle drei Bürgermeister – OB Dieter Reiter (SPD) und seine Stellvertreter Josef Schmid (CSU) und Christine Strobl (SPD), sollten die Unterschriften am 21. April auch symbolisch an alle drei übergeben werden. Und alle drei haben abgesagt.

Die Initiative reagiert darauf mit drastischen Worten. „Reiter und Schmid drücken sich vor dem Willen der Bürger/innen“, steht über einer Mitteilung. „Es ist schade, dass Politiker immer wieder zu gesellschaftlichem Engagement ermuntern, aber wenn die Bürger dieses dann zeigen, zeigt man ihnen die kalte Schulter“, schimpft der Grüne Wolfgang Geißelbrecht aus dem Bezirksausschuss Untergiesing.

Ein Sprecher von OB Reiter erklärte auf Nachfrage, selbstverständlich werde die Übergabe von Petitionen nie verweigert. Man habe immer das Recht, diese dem Rathaus offiziell zu übergeben. Nur könne es sein, dass der OB sie einmal aus terminlichen Gründen nicht selbst entgegennehmen könne. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher von Josef Schmid.

Auch wenn nicht geplant ist, den Bus wieder am Marienplatz halten zu lassen – näher an der Fußgängerzone sollen die Fahrgäste des 52ers, der derzeit am Sendlinger Tor endet, in Zukunft wieder aussteigen können. Man prüfe verschiedene Varianten, hieß es gestern von der MVG.  

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