Schreckschusswaffen hoch im Kurs

Die Bürger rüsten auf - Pfeffersprays fast ausverkauft

+
Täuschend echt sehen Schreckschusswaffen aus – hier eine Gaspistole.

München - München rüstet auf! Offenbar wollen sich immer mehr Bürger selbst schützen und greifen dafür zu Schreckschusswaffen. Pfeffersprays sind derzeit sogar nahezu ausverkauft.

Laut dem städtischen Kreisverwaltungsreferat (KVR) haben im vergangenen Jahr beinahe doppelt so viele Münchner einen so genannten kleinen Waffenschein beantragt wie in den Jahren zuvor. „2015 haben wir bisher etwa 290 Anträge“, sagt eine Sprecherin des KVR. Diese Zahl ist noch nicht fix. Anträge, die etwa am 30. Dezember noch gestellt wurden, sind vom KVR noch nicht bearbeitet worden. Zum Vergleich: „2013 hatten wir 145, 2014 genau 155 Anträge.“

Mit dem kleinen Schein dürfen Schreckschusswaffen außerhalb der eigenen vier Wände mitgeführt werden. München liegt dabei im traurigen Trend: In Köln etwa sind nach den Vorfällen an Silvester viele Abwehrmittel, wie Pfefferspray und dergleichen, ausverkauft.

Nachfrage an Zivilcouragekurse enorm

Nach den sexuellen Übergriffen in Köln, sind auch Münchner Frauen zutiefst verunsichert. Die Folge: Pfeffersprays sind derzeit nahezu ausverkauft und Anbieter von Selbstverteidigungskursen können sich vor Teilnehmerinnen kaum retten.

Auch die Münchner Polizei kann diesen Trend bestätigen: „Die Nachfragen von Frauen nach unseren Zivilcouragekursen sind enorm gestiegen“, sagt Arno Helfrich, Leiter des Kommissariats Prävention und Opferschutz. Die Polizeikurse bietet jede Dienstelle an, Dauer etwa vier Stunden. Neben rechtlichen Hinweisen vermitteln die geschulten Beamten richtiges Verhalten in Angstsituationen. Für Frauen, die verunsichert sind, empfiehlt Präventions-Experte Helfrich einen Schrill-Alarm. „Der extrem laute Schrillton macht andere aufmerksam.“

Lesen Sie auch:

Herr Polizeipräsident, wie sicher ist München?

Liebe tz.de-Leserinnen und tz.de-Leser, wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf tz.de unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt.

Leider erreichen uns zu diesem Thema so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Kommentare, dass eine gewissenhafte und faire Kontrolle nach den Regeln unserer Netiquette nicht mehr möglich ist. Deshalb gibt es nur unter ausgewählten Beiträgen zu diesem Thema eine Kommentarmöglichkeit. Sie können sich beispielsweise unter diesem Artikel zum Thema äußern.

ska

auch interessant

Meistgelesen

Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Ottobrunner auf Parkplatz hingerichtet: Zehn Kugeln aus Rache?
Ottobrunner auf Parkplatz hingerichtet: Zehn Kugeln aus Rache?
Der große Test: So schmeckt‘s auf dem Tollwood
Der große Test: So schmeckt‘s auf dem Tollwood
Zwei Seniorenheime werden plattgemacht
Zwei Seniorenheime werden plattgemacht

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion