Hilfe am Himalaya

tz-Bürgeranwalt rettet Tour zum Mount-Everest-Basiscamp

München - Der Einfluss des tz-Bürgeranwalts reicht sogar bis tief in den Himalaya. Lesen Sie hier die aktuellsten Fälle, die unser Helfer geklärt hat.

Frage: Ich sitze nun den dritten Tag am Flughafen von Kathmandu fest und bin langsam mit den Nerven am Ende. Ich habe eine Tour zum Everest-Base-Camp gebucht. Ausgeführt wird die Reise von einem lokalen Veranstalter. Wir warten hier in Kathmandu auf einen Flug nach Lukla, der aber aufgrund des Wetters schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist. Jeden Tag werden wir vertröstet und dann allein gelassen. Die Zeit, in der wir uns am Berg an die enormen Höhen anpassen können, wird immer geringer. Damit steigt die Gefahr der Höhenkrankheit. Der lokale Veranstalter hat uns angeboten, die Tour auf die Hälfte der Zeit zu verkürzen. Ärzte haben uns aber gesagt, das sei lebensgefährlich. In unserer Verzweiflung wollen wir privat einen Helikopter mieten, der uns zum Ausgangspunkt unserer Wanderung bringt. Wir würden ihn sogar selbst bezahlen. Aber auch das bringt der lokale Veranstalter nicht auf die Reihe. Unser Urlaub verrinnt und es geschieht nichts. Deswegen haben wir uns entschlossen, uns an den Bürgeranwalt der tz zu wenden. Bitte helfen Sie uns!

Franziska Braun (23),

Palliativpflegerin aus München

Antwort: Reicht der Einfluss des Bürgeranwalts bis Kathmandu? Diese Frage stellten wir uns natürlich, als wir diese Mail bekamen. Trotzdem machten wir uns an die Arbeit und schickten dem Reisevermittler und dem lokalen Veranstalter mehrere Nachrichten. Kurz darauf kam folgende Mail von Franziska Braun: „Ihre Intervention hat tatsächlich etwas bewirkt. Die Firma vor Ort nimmt uns jetzt ernst. Die Gesprächsebene ist seit Ihrer Intervention eine ganz andere.“

Nun funktionierte es plötzlich auch mit dem Hubschrauber. Die Reisegruppe wurde zum Ausgangspunkt ihrer Wanderung auf 2850 Meter Höhe gebracht. Natürlich waren schon einige Tage verloren und jeder in der Gruppe überlegte, wie er damit umgehen sollte. Einige konnten ihre Rückflüge verschieben, andere mussten auf weitere Stationen ihrer Reise verzichten. Aber die Wanderung war gerettet.

Die Gruppe stieg in neun Tagen auf 5640 Meter auf. Das ist etwa 300 Meter höher als das Basislager der Everest-Bergsteiger. „Dieses Lager muss man sich in der Nebensaison, in der wir unterwegs waren, wie ein riesiges Geröllfeld vorstellen, auf dem in der Kletter-Saison ein Zelt am anderen steht“, schildert die Münchner Bergsteigerin ihre Eindrücke.

Franziska Braun genoss die Wanderung trotz der vorangegangenen Schwierigkeiten: „Wir gingen durch eine wunderbare einsame Berglandschaft, wie es sie bei uns in Europa nicht gibt. Die Eindrücke waren überwältigend.“

Bürger­anwalt Dietmar Gaiser rettete die Tour von Franziska Braun.

Allerdings stand am Ende der Reise das Problem mit der Heimreise. Die ursprünglichen Flüge waren längst versäumt und die Münchnerin musste umbuchen. Nach der Intervention des Bürgeranwaltes zeigte sich der Reiseveranstalter erneut kulant. Kurz vor der Rückkehr von Franziska Braun nach München bekamen wir eine Mail: „Wie wirksam die Drohung mit der tz war, zeigt die Tatsache, dass der Reisevermittler uns jetzt sogar einen Teil der Umbuchungskosten ersetzt.“ Als wir die junge Bergsteigerin in München trafen, bedankte sie sich ganz herzlich für die Hilfe. „Ohne die tz wäre aus der Reise eine Katastrophe geworden.“

Weitere Fälle:

Telefonvertrag für eine Verstorbene

Frage: Meine Schwester ist am 22. Juli verstorben. Ich habe am 8. August ihren Vertrag mit dem Telefonanbieter gekündigt. Dann bekam ich die Bestätigung, dass der Vertrag am 23. August endet. Eine Frechheit! Was will eine Tote mit einem Telefon? Ist das Verhalten des Telefonanbieters rechtmäßig?

Wolfgang N., München

Antwort: Verträge im Bereich der Telekommunikation enden im Zivilrecht nicht automatisch mit dem Tod eines Vertragspartners. Nach dem Gesetz tritt der Erbe in den Vertrag des Verstorbenen ein und erbt dessen Rechte und Pflichten. Er kann den Vertrag genauso kündigen, wie es der Verstorbene hätte tun können. Bis zum Ende der vertraglichen Kündigungsfrist ist der Erbe aber an den Vertrag gebunden und verpflichtet, die monatlich vereinbarte Gebühr zu bezahlen. Deshalb sollten Erben sich nach dem Tod schnell mit den Vertragsunterlagen vertraut machen und gegebenenfalls dessen Verträge kündigen. Ist eine automatische Verlängerung vorgesehen, gilt die auch nach dem Tod eines der Vertragspartner – es gibt ja einen Erben. 

Justizvertreter: Notar oder Rechtsanwalt

Frage: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Rechtsanwalt und einem Notar und gibt es überhaupt einen, außer dass Notare auch notariell beglaubigen?

Sabine S., München

Antwort: Es gibt tatsächlich erhebliche Unterschiede zwischen Notar und Rechtsanwalt. Denn der Rechtsanwalt darf und muss parteiisch sein und die Interessen seines Mandanten bestmöglichst vertreten. Ein Notar dagegen ist verpflichtet, neutral zu sein. Das heißt, er muss den Ratsuchenden nur über die Rechtslage, die Rechtsprechung und die Auslegung der Gesetze informieren, aber er darf nicht Partei für eine Seite ergreifen. Es macht also einen großen Unterschied, ob man sich über einen Ehevertrag, ein Testament oder einen Erbvertrag von einem Anwalt oder einem Notar beraten lässt, weil nur der Anwalt parteiisch sein darf und Tipps geben darf. svs/Foto: Marcus Schlaf

Versicherungsschaden: Unfall ohne Schutz

Frage: Ich fahre einen zwölf Jahre alten Ford Focus, den ich immer gut pflegte. Nun hatte ich einen Unfall. Ein 17-jähriger Kradfahrer verursachte ihn, ohne Helm, ohne Zulassung und ohne Versicherung. Seine Eltern haben keine Privathaftpflicht und leben von Hartz IV, sie werden mir nichts bezahlen können. Meine Vollkaskoversicherung zahlt mir nur 1000 Euro, ein Gutachter der Versicherung schätzte die Reparaturkosten auf 5000 Euro. Ist das rechtens? 

Max Seemüller, Pfaffenhofen

Antwort: Der tz-Leser hat schließlich eine Werkstatt gefunden, die sein Auto für 1900 Euro reparierte. Von den 1000 Euro der Versicherung zog diese allerdings noch 300 Euro Selbstbeteiligung ab. „Das ist rechtlich korrekt, wenn es sich bei den 1000 Euro um den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts handelt, da anscheinend ein wirtschaftlicher Totalschaden gegeben ist“, sagt Jost Kärger von der Rechtsabteilung des ADAC in München. Nur dann, wenn die Reparaturkosten nicht mehr als 130 Prozent des Wiederbeschaffungswerts betragen, hätte die Versicherung nach der Rechtsprechung die gesamten Reparaturkosten bezahlen müssen. Kärger rät dem Leser, trotz allem noch die Verkehrsopferhilfe einzuschalten. Diese greift in einigen Fällen ein, wenn ein nicht versichertes, aber versicherungspflichtiges Fahrzeug einen Unfall verursacht hat. „Der Leser kann versuchen, ob ihm von der Verkehrsopferhilfe Positionen ersetzt werden, die die Kaskoversicherung nicht bezahlt, also etwa den Nutzungsausfall“, rät der ADAC-Fachmann. svs

PrivatHaftpflicht: Als Student versichert

Frage: Ich habe ein Studium in München begonnen und bin bei meinen Eltern ausgezogen. Brauche ich nun eine eigene Haftpflichtversicherung?

Marcus G. (19), München

Antwort: In den meisten Fällen sind Studenten und Auszubildende bis zum Abschluss des Studiums über die Haftpflichtversicherung ihrer Eltern mitversichert. Allerdings rät der Bund der Versicherten den Betroffenen, den Vertrag der Eltern zu prüfen, denn in manchen Fällen enthält dieser Vertrag eine Altersbeschränkung für mitversicherte Kinder. 

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