Vor vier Jahren starb Ulf M. († 39)

BGH weist Urteil zurück: Neuer Prozess um Autobahn-Raub

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Bis zu zwölf Jahre und zwei Monate Knast! So hart fielen die Urteile gegen die fünf Angeklagten aus, die Ulf M. ausgeraubt und totgeprügelt haben sollen. Der Prozess gegen vier von ihnen wird demnächst aufgerollt.

München - Ausgeraubt, verschleppt und misshandelt: So brutal kam der Münchner Informatiker Ulf M. († 39) am 9. Januar 2012 zu Tode. Vier Jahre danach nimmt der Fall nun eine sensationelle Wende!

Ausgeraubt, verschleppt und misshandelt: So brutal kam der Münchner Informatiker Ulf M. († 39) am 9. Januar 2012 zu Tode. Er war unterwegs zu seiner Mutter nach Trittau (Schleswig-Holstein) gewesen, als ihm an einer Autobahnraststätte an der A9 fünf Männer auflauerten. Mit roher Gewalt sollen sie ihm sein Geld und die Kreditkarten abgenommen und ihn in ein Waldgebiet in Sachsen-Anhalt gezerrt haben. Dort fand ein Förster M.s Leiche nach sechs Tagen in seinem Transporter liegen – mit Verletzungen am ganzen Körper. Ein unfassbar grausames Verbrechen!

Vier Jahre danach nimmt der Fall nun eine sensationelle Wende! Am Donnerstag kippte der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil aus erster Instanz und verwies den Prozess zurück an das Landgericht Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt). Dort hatten die Richter fünf Männer aus Litauen bereits für die brutale Tat verurteilt und bis zu zwölf Jahre und zwei Monate ins Gefängnis geschickt. Demnächst muss nun eine andere Strafkammer den Prozess neu aufrollen.

Familie des Opfers legte Revision ein

Zuvor hatte die Familie des Opfers Revision eingelegt: Sie wollen eine Verurteilung wegen Mordes erreichen. Das Landgericht hatte bisher aber die Tötungsabsicht der fünf Männer verneint. Sie waren erst kurz vor der Tat nach Deutschland eingereist und hatten es auf das Geld des Münchners abgesehen. Über ihre Verteidiger wollten sie mildere Strafen erzielen und waren deshalb ebenso in Revision gegangen.

Bestand hat das ursprüngliche Urteil des Landgerichts nur bei einem Angeklagten, der nicht direkt an dem Gewaltexzess beteiligt gewesen sein soll. Bei den übrigen vier Tätern muss laut BGH nun die Tatbeteiligung neu geprüft werden. Die höchsten deutschen Strafrichter rügten außerdem, dass das Landgericht nicht berücksichtigt habe, dass die Männer den Tod von Ulf M. in Kauf genommen haben. Nach den Attacken starb er qualvoll in seinem Transporter.

Wer die tödliche Gewalt gegen den Informatiker konkret ausübte: Auch das muss das Landgericht nochmals beleuchten. Damit die Wahrheit über den Tod von Ulf M. endlich aufgedeckt wird!

Andreas Thieme

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