Unternehmen zieht radikale Konsequenzen

Burger King: Stehen Filialen vor dem Aus?

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Die Burger-King-Filiale im Obergeschoss des Hauptbahnhofes hat noch geöffnet - laut Burger King müsste das Fastfood-Restaurant aber zumachen.

München - Knapp ein halbes Jahr nach dem Skandal um den Franchisenehmer "Yi-Ko Holding" zieht Burger King radikale Konsequenzen: Der Fastfood-Riese kündigt 89 Filialen - 11 davon in München.  

Ekel-Burger und miserable Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten: Die Yi-Ko Holding, die 89 Burger-King-Filialen in Deutschland als Franchisenehmer betreibt, auch einen großen Teil in München, hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Vor knapp einem halben Jahr hat Enthüllungsjournalist Günter Wallraff mit seinem Undercoverteam gravierende Missstände bei Burger King aufgedeckt.

Dabei ging es nicht nur um Hygienemängel. Auch die Arbeitsbedingungen waren in diesen Burger-King-Filialen hochgradig unfair. Der Stundenlohn betrug gerade einmal 7,71 Euro brutto. Überstunden wurden nicht bezahlt. Im Krankheitsfall gab es keine Lohnfortzahlung. Weihnachts- oder Urlaubsgeld: Pustekuchen. Dabei hatte sich Geschäftsführer Yildiz eigentlich verpflichtet, alle Mitarbeiter nach Tarif zu bezahlen.

Trotz Rauswurf: Yildiz mischte in Münchner Burger-King-Filialen weiter mit

Zunächst beließ es Burger King bei Schadensbegrenzung. Dann flog Yildiz raus - am Mittwoch dann der Paukenschlag: Der Fast-Food-Riese kündigt 89 Verträge - offiziell, weil Yildiz scheinbar weiter mitmischt und sich bei den Arbeitsbedingungen nichts getan hat. Immerhin 11 Burger-King-Filialen hatte Yildiz in München, zum Beispiel die beiden am Hauptbahnhof, die gerne von Nachtschwärmern nach dem Feiern besucht werden. Laut eines Presse-Sprechers von Burger King wurde der Franchisevertrag bereits am Dienstag mit sofortiger Wirkung gekündigt  - die Restaurants müssten somit umgehend geschlossen werden. Wenn dies nicht geschieht, werde "gerichtliche Hilfe" in Anspruch genommen. Seltsam: Momentan haben die Filialen am Hauptbahnhof tatsächlich weiter geöffnet.

Diese Münchner "Yi-Ko"-Filialen sollen dicht machen

Das Unternehmen hält sich vage, was die Zukunft der betroffenen Filialen angeht. Gegenüber der Bildhieß es: Man werde versuchen, alle Betriebe aufrechtzuerhalten und die Mitarbeiter zu übernehmen. Neustart ohne Ekel-Schlagzeilen also. Mehr könne man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.

Hier geht es zu einer Liste aller betroffenen Filialen in Deutschland.

Video: Haben Sie nach dem Ekel-Skandal noch Lust auf Burger?

Kathrin Garbe

Kathrin Garbe

Kathrin Garbe

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